Putin Grenze Ukraine

Auch Kiew in Gefahr

Ukraine hätte bei russischem Angriff keine Chance

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Die russische Armee ist der ukrainischen haushoch überlegen  

 Im Konflikt um die Ukraine droht der Westen Russland mit politischen Konsequenzen, nicht aber mit militärischer Vergeltung. Ein Blick auf die Landkarte genügt um zu erkennen, warum das so ist. Das zweitgrößte Land Europas ist nämlich von russischen Militärkräften geradezu umzingelt und wäre bei einer Invasion nicht zu verteidigen. Nur die Regionen Galizien und Transkarpatien im äußersten Westen könnten eventuell mit Unterstützung angrenzender NATO-Staaten gehalten werden.

Nach Einschätzung von ukrainischen und westlichen Experten hat Russland rund 100.000 Soldaten an der ukrainischen Grenze zusammengezogen, schreibt die "New York Times". US-Geheimdienstinformationen zufolge gibt es Pläne für eine Militäroperation mit bis zu 175.000 Soldaten. Das entspricht fast der gesamten aktiven Truppenstärke der ukrainischen Armee (200.000).

Truppen im Norden, Osten und Süden  

Eine Auswertung von Satellitenbildern zeigt laut der US-Zeitung, dass sich die russischen Truppen nicht nur im Osten und auf der von Russland vor acht Jahren annektierten Halbinsel Krim befinden, sondern auch im Norden nahe der Dreiländergrenze mit Weißrussland.

Damit scheint klar, dass Moskau bei einer Militäroperation nicht nur die abtrünnigen ukrainischen Provinzen Donezk und Luhansk im Visier hat, die seit Anfang 2014 von pro-russischen Separatisten kontrolliert werden. Diese Region spielt hauptsächlich eine Rolle als möglicher Vorwand für den Einmarsch. Wie im Westen vermutet wird, könnte ein unter falscher (ukrainischer) Flagge durchgeführter Angriff auf die Separatistengebiete die Begründung dafür liefern, die Ukraine zu überrennen.

So hat die russische Armee etwa mehrere motorisierte Einheiten bei der Stadt Klinzy im äußersten Westen des Landes stationiert, die von Norden in die Ukraine einfallen könnten. Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist nur 340 Straßenkilometer von Klinzy entfernt. Nicht ausgeschlossen scheint, dass die russischen Truppen über belarussisches Territorium bei Tschernobyl vorstoßen und damit den riesigen Dnepr-Stausee umgehen könnten, der einen natürlichen Schutz für die am rechten Flussufer gelegenen Kiewer Regierungsgebäude darstellt. So könnten die russischen Truppen Kiew von Westen aus angreifen und leichter einnehmen.

Haushoch überlegen

Militärisch ist Russland der Ukraine haushoch überlegen. Nach einer Darstellung der spezialisierten Internetseite "Global Firepower" hat Russland 850.000 aktive Soldaten, während das Nachbarland nur auf 200.000 kommt. Mit 154 Millionen US-Dollar (134,53 Mio. Euro) hat Russland das drittgrößte Verteidigungsbudget der Welt. Die Ukraine wendet lediglich 11,9 Millionen Dollar für Verteidigung auf. Ähnlich stark ist das Ungleichgewicht bei der Ausrüstung. 4.173 russischen Militärflugzeugen stehen 318 ukrainische gegenüber, bei den Kampfjets lautet das Verhältnis 772 zu 69, bei den Panzern 12.420 zu 2.596, bei den Marineschiffen 605 zu 38.
 

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