So leben Ukrainer bei uns

Auf der Flucht in Österreich

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ÖSTERREICH traf die Ukrainerin Anna Pernikuza. Zwei Wochen lebte die Familie im Bunker, dann beschloss sie zu fliehen.

Kiew/Wien. Bisher haben sich rund 15.000 Ukrainer in Österreich registriert. Die Zahl der Schutzsuchenden ist aber weit höher, was daran liegt, dass sich Ukrainer bis zu 90 Tage visafrei im Schengenraum aufhalten dürfen.

Familie. Johannes Reichmann vom Insider-Magazin der Verlagsgruppe ÖSTERREICH traf Familie Pernikuza aus Kiew in Wien: „13 Tage lang waren wir im Luftschutzbunker. Es war kalt, wir hatten anfangs weder Strom noch genug zu essen. Gekocht haben wir in unserem Auto. Nur zum Waschen und Baden waren wir ein paar Mal noch zurück bei uns zu Hause“, erzählt Anna Pernikuza. Nach zwei Wochen wollten Anna und ihr Mann Igor ihren Töchtern Angelina und Irina diese Zustände nicht mehr zumuten.

Anna beschloss, mit den Kindern das Land zu verlassen, Igor musste wegen der Generalmobilmachung bleiben. Es folgte eine Odyssee nach Österreich. „Jetzt geht es uns gut. Wir wohnen in der Nähe von Oberlaa, wo uns jemand eine Wohnung zur Verfügung gestellt hat. Mein Plan ist, mir so schnell wie möglich eine Arbeit zu suchen und meine Töchter in der Schule und im Kindergarten anzumelden.“ Wenn der Krieg endet, wollen sie zurück in die Ukraine. „Meine Kinder vermissen ihren Vater sehr“, sagt Anna.

Zahlen. Seit Kriegsbeginn kamen schon über 160.000 Ukrainer nach Österreich. Der Großteil reist aber weiter. Die Community in Österreich (rund 13.000 Ukrainer leben hier) ist, verglichen mit Polen (rund 2 Mio.) und Deutschland (ca. 145.000), klein. Österreich eher Transit- als Zielland.

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