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Remis gegen Demokraten

US-Wahlen: Blaues Auge für Trump

Trump kam bei den Midterms mit einem „blauen Auge“ davon. Protokoll der Wahlschlacht.

Prognostiziert war eine brutale Denkzettel-Wahl, die Donald Trump zur „lahmen Ente“ hätte machen sollen. Es kam anders. Der von den Demokraten erwünschte Umsturz blieb aus. Trump schrammte mit einem „blauen Auge“ am Absturz vorbei:

Im Repräsentantenhaus triumphierten zwar die Demokraten: Mit 35 Sitzen rangen sie den Republikanern die Macht ab. Vor allem in den Vororten großer Metropolen kam es zu einem regelrechten Aufstand gegen Trump, weil Frauen fast geschlossen gegen ihn und seine Republikaner stimmten. Im ländlichen Raum aber hatte Wahlkämpfer Trump alles im Griff, seine Hassattacken gegen Immigranten zogen.

Chefin des Repräsentantenhauses wird wieder Nancy ­Pelosi. Sie kündigte bereits an, Trump künftig mit einem Furioso an Ermittlungen einheizen zu wollen.

Repräsentantenhaus

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US-Wahlen: Blaues Auge für Trump
Demokraten gewinnen das House. Blaue Staaten zeigen Siege der Demokraten, rote jene der Republikaner. Alle 435 Abgeordneten wurden gewählt. 
 
Senat
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US-Wahlen: Blaues Auge für Trump
 
Republikaner verteidigen den Senat. Blaue Staaten zeigen Siege der Demokraten, rote jene der Republikaner. Die lila eingezeichneten Staaten wurden von unabhängigen Kandidaten gewonnen. Gewählt wurden 35 von 100 Senatoren.

Mehr als 100 Frauen ziehen jetzt in den Kongress ein

Eigenlob. Doch Trump holte für die Republikaner den Senat. Ein Triumph. Und das als „One-Man-Show“, obwohl er selbst gar nicht zur Wahl stand. Die Konservativen bauten ihre Macht auf (mögliche) 54 zu 45 Sitze aus. Derzeit laufen noch Nachzählungen. Trump hatte mit seinem Hass-Wahlkampf zwar Amerika gespalten, aber sich und seine Republikaner gerettet.

Prompt machte er aus der halben Niederlage einen totalen Triumph: „Großartiger Erfolg“, twitterte er: „Vielen Dank.“ Auf der Strecke blieben wieder die Meinungsforscher: Wie 2016 hatten sie Trump sträflich unterschätzt.

Gespalten

Die extreme Polarisierung Amerikas in zwei Lager ist nach dem Wahlthriller einzementiert. In den Städten verachten sie Trump, am Land ist er ein Idol. Und: Mit dem Patt im Kongress gibt es die totale Polit-Blockade.

Frauen-Welle

Beachtlich aber ist: Mehr als hundert Frauen ziehen in den Kongress ein, die meisten Demokratinnen, eine weibliche Welle.

Besonders bitter für die Demokraten ist: Ihre größten Stars verglühten: Der „neue Kennedy“ Beto O’Rourke verlor in Texas, der Schwarze Andrew Gillum in Florida und die Afroamerikanerin Stacey Abrams in Georgia. Trump fehlt weiter ein Gegenspieler.

 
Gouverneurswahlen
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US-Wahlen: Blaues Auge für Trump
Blaue Staaten zeigen Siege der Demokraten, rote jene der Republikaner.
 
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US-Wahlen: Blaues Auge für Trump

Alexandria Ocasio-Cortez: Neuer Star der Demokraten

Demokratin Ocasio-Cortez (29) ist jüngste Abgeordnete der USA. New York. Ihre Mutter stammt aus Puerto Rico, sie studierte Wirtschaft, lebt in der Bronx: Demokraten-Shooting-Star Alexandria Ocasio-Cortez (AOC) setzte sich in New York gegen den Republikaner Anthony Pappas durch. Mit Minibudget.

Vor eineinhalb Jahren jobbte sie noch im Tacos-Schnellimbiss ihrer Mutter als Kellnerin: „Ich komme nicht von links, sondern von unten“, sagt sie. Schon ihr Sieg in der Vorwahl gegen Demokraten-Urgestein Joe Crowley war eine Sensation, löste einen Hype um den Jungstar aus. Jetzt der nächste Triumph.

Was sie will: 15 Dollar Stundenlohn, Krankenversicherung für alle, weg mit der US-Einwanderungsbehörde. Ihren Sieg verbucht sie nicht für sich allein: „Das ist kein Wahlerfolg, sondern eine neue Bewegung für soziale, ökonomische, ethnische Gerechtigkeit.“

© APA/AFP/DON EMMERT
OCASIO-CORTEZ

Ocasio-Cortez ist der neue Hoffnungsschimmer der Demokraten.

Was Trump droht: Welle von Verfahren gegen Präsident


Trumps Republikaner haben das Repräsentantenhaus verloren. Jetzt können die Demokraten dem Präsidenten die Arbeit erschweren: „Wir werden Trump genau auf die Finger schauen“, sagt Demokratenführerin Nancy Pelosi (78): „Es geht um die Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Kontrolle.“

So können die Demokraten jetzt Untersuchungen gegen Trump einleiten, beispielsweise zu seinen geschäftlichen Aktivitäten. Besonders wenn es um seine schon im Wahlkampf geheim gehaltene Steuererklärung, die Wahlkampffinanzierung und Einmischung Russlands geht, könnte es für ihn unangenehm werden.

Unwahrschenlich ist es allerdings, dass die Demokraten ein Amtsenthebungsverfahren beschließen werden. Mit ihrer Mehrheit können sie aber auch die Gesetzgebung blockieren oder den Präsidenten Rechenschaft ablegen lassen. Aber: Trump könnte mit Dekreten am Kongress vorbei regieren.

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