War ein Hochsitz Julias Rettung?

Förster fand vermisste 8-Jährige

War ein Hochsitz Julias Rettung?

Der Beobachtungsstand aus Holz könnte die Rettung des kleinen Mädchens gewesen sein.

Der Förster Martin Semecky (31), aus Tschechien, suchte am Dienstag mit zwei Kollegen nach der vermissten Julia (8). Das kleine Mädchen aus Berlin, hatte sich im Wald um Domažlice verlaufen bei einer Wanderung mit ihrer Familie. Am Morgen suchten die Wildhüter in der Nähe einer Wasserquelle auf einem Jäger-Hochsitz nach Julia. Sie war nicht dort. Doch gegen 13:40 Uhr kehrten die Männer zurück um nochmal nach ihr zu sehen. Zum Glück!

"Auf einmal stand die kleine Julia vor uns, sie saß etwa zehn Meter weit weg im hohen Gras", berichtete der Förster. Als er ihren Namen gesagt habe, habe das Kind nur mit dem Kopf genickt. Er habe gesagt: "Alles ist gut, super!" Dann wickelte er sie in seine grüne Jacke, alarmierte die Einsatzzentrale. Semecky würdigte die Ausdauer des Mädchens in der Natur: "Um das zu schaffen, muss sie sehr geschickt gewesen sein."

Unterkühlt

Nach Angaben der bayerischen Polizei ist Julia in gesundheitlich guter Verfassung. "Es geht ihr eigentlich relativ gut", sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, Josef Weindl. Die erste Nacht habe sie in einem Krankenhaus in einem Wärmebett verbracht, weil sie nach den zwei kalten Nächten im Wald unterkühlt gewesen sei. "Sie zeigt äußerlich keine Verletzungen", erklärte Weindl. "Sie spricht und ist so weit unauffällig."

Wasserquelle und Hochsitz

Julia wurde rund einen Kilometer entfernt von einer Quelle gefunden, die Ceska studanka heißt. Sie soll Trinkwasserqualität haben. Doch ob das Mädchen es bis dahin geschafft hat, war unklar. "Wir wollten sie nicht mit Fragen belasten", sagte der Förster. "Sie wirkte verängstigt, ganz allein im Wald - ohne ihre Eltern."

Der Hochsitz aus Holz könnte ihr Leben gerettet haben, so die Vermutungen. Martin Semecky, der in den deutschen und tschechischen Medien, als Held gefeiert wird glaubt dass das Mädchen den ganzen Tag im Wald unterwegs war und viele Kilometer zurück gelegt haben muss. Der Beobachtungsstand dürfte der kleinen Julia Schutz gegen Regen und Kälte geboten haben. Sie war 45 Stunden alleine im Wald.



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