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Flüchtlingskrise

6.000 Afrikaner auf den Kanaren

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Angesichts des Zustroms afrikanischer Flüchtlinge wird die Lage auf den Kanarischen Inseln immer untragbarer. Die Behörden seien wegen der überfüllten Aufnahmelager völlig überlastet.

Das beklagte der kanarische Regierungschef Adán Martín nach Rundfunkberichten vom Sonntag. Zugleich rief er die spanische Regierung auf, sich stärker für eine Lösung der Flüchtlingskrise zu engagieren. Am Wochenende erreichten nach Behördenangaben erneut mehr als 500 illegale Zuwanderer in Holzbooten die Kanaren und die Küste Südspaniens.

Madrid lässt Inseln im Stich
Rund 6.000 Afrikaner befinden sich auf der Inselgruppe in Aufnahmezentren. Von dort werden sie nach und nach auf das spanische Festland gebracht. Der Vorsitzende der kanarischen Regierungspartei CC, Paulino Rivero, warf Madrid vor, die Inseln im Stich zu lassen.

"Wir werden nicht zulassen, mit diesem Problem allein gelassen zu werden", sagte er in Santa Cruz auf Teneriffa. Mittelfristig könne sich die Krise auch auf den Tourismus, die wichtigste Einnahmequelle des Archipels, auswirken.

Unterstützung afrikanischer Regierungen
Senegal sagte derweil zu, stärker bei der Rückführung von Immigranten zu kooperieren. Dazu sind bereits senegalesische Polizisten auf den Kanaren eingetroffen. Sie sollen bei der Identifizierung der Flüchtlinge helfen.

Die Ankömmlinge haben in der Regel keine Ausweispapiere bei sich. Sie wollen damit eine Abschiebung verhindern.

Heuer bereits 23.000 illegale Zuwanderer
Seit Jänner sind bereits rund 23.000 illegale Zuwanderer auf den Kanaren gelandet, fast fünf Mal mehr als im gesamten Jahr 2005. Nach offiziellen Angaben sind bei den gefährlichen Überfahrten in diesem Jahr etwa 600 Bootsflüchtlinge ertrunken. Hilfsorganisationen gehen dagegen von bis zu 3.000 Toten aus.

Gaddafi: 10 Mrd. Euro nötig
Bei einem Treffen afrikanischer Staats- und Regierungschefs forderte Lybiens Staatschef Muammar Gaddafi, dass die EU 10 Milliarden Euro investieren müsse, um den Flüchtlingsstrom in den Griff zu bekommen.

Die afrikanischen Staats- und Regierungschefs wollten diese Bitte zum Abschluss ihres Treffens im libyschen Sirte formulieren, sagte Staatschef Muammar Gaddafi am Samstag. "Wir wollen sobald wie möglich einen afrikanisch-europäischen Gipfel. Wir wollen, dass man uns als Partner wahrnimmt", sagte Gaddafi weiter.

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