Symbolbild

Sachschaden

Anschlag auf kanadische Ölfirma im Jemen

Durch die heftige Explosion entstand Sachschaden am Hauptquartier der Firma. Eine zweite Bombe konnte entschärft werden.

Eine Explosion bei einem Bombenanschlag hat am Donnerstag das Hauptquartier der kanadischen Ölfirma Canadian Nexen Petroleum in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa erschüttert. Ein zweiter Sprengsatz sei wenig später vor einem nahe gelegenen Restaurant gefunden und entschärft worden, sagte ein Vertreter der jemenitischen Sicherheitskräfte. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen. Augenzeugen berichteten, es habe lediglich Sachschaden an der Fassade des Gebäudes von Nexen gegeben.

Nexen ist die größte im Jemen tätige Ölfirma. Der Anschlag ereignete sich im Stadtteil Haddah, in dem neben Diplomaten auch viele Mitarbeiter westlicher Ölfirmen wohnen. Am Sonntagabend war das Viertel bereits mit Mörsergranaten beschossen worden. Zu dem Angriff, bei dem ebenfalls nur Sachschaden entstanden war, bekannte sich später eine lokale Zelle des Terrornetzes Al-Kaida. Die US-Botschaft hatte nach dem Angriff den größten Teil ihrer Mitarbeiter und deren Familienangehörige aus Sicherheitsgründen aus dem Jemen abgezogen.

Der Jemen ist eines der ärmsten Länder der Welt außerhalb Afrikas. Die Ölförderung lässt seit 2001 nach Angaben der Weltbank stetig nach, in einigen Teilen ist es wegen Armut und Arbeitslosigkeit zu Protesten gekommen. Immer wieder werden Ausländer angegriffen, auch Entführungen sind keine Seltenheit. So wurden auch die beiden österreichischen Architekten Barbara Meisterhofer (31) und Peter Schurz (52) im Jemen als Geiseln genommen. Nach wenigen Tagen kamen sie zu Weihnachten 2005 nach Verhandlungen zwischen Stammesführern und der Zentralregierung in Sanaa unversehrt wieder frei.

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