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Botswana

Buschmänner dürfen in die Kalahari zurückkehren

Die Buschmänner in Botswana dürfen nach einer Entscheidung des Obersten Gerichts vom Mittwoch in ihre Stammesgebiete in der Kalahari zurückkehren.

Die Mitglieder des Stammes Basarwa hatten der Regierung in dem Prozess vorgeworfen, sie 2002 aus dem Reservat vertrieben zu haben, um dort Diamant-Vorkommen auszubeuten. Die Regierung wies das zurück und erklärte, man habe die Tiere im Central Kalahari Game Reserve schützen wollen. Außerdem seien die Buschmänner entschädigt worden.

Große Freude bei Buschmännern
Vertreter der Basarwa zeigten sich erfreut über das Urteil. "Ich bin nur glücklich", sagte Junanda Gakeleyone. "Ich will sofort nach Hause zurück gehen." Er sang und tanzte gemeinsam mit seinen Stammesbrüdern.

Das Gericht entschied jedoch auch, dass die Regierung nicht verpflichtet sei, die Buschmänner in der Kalahari zum Beispiel mit Wasser zu versorgen. Rund 2.000 Basarwa haben sich in zwei neuen Siedlungen niedergelassen. Nur wenige harrten in dem Reservat aus. Die Regierung erklärte, die Lebensbedingungen der Buschmänner hätten sich in den Siedlungen verbessert. Sie würden medizinisch versorgt und könnten ihre Kinder zur Schule schicken.

Traditionelles Leben zerstört
Vertreter der Basarwa führten dagegen an, das traditionelle Leben der Buschmänner sei zerstört worden. Immer mehr würden Opfer von Alkoholismus und Aids. Das Reservat ist etwa so groß wie die Schweiz.

San zur Umsiedlung gezwungen
Das Urteil war ein überraschender Triumph für die San. Die Behörden hatten das Volk vor Jahren zur Umsiedlung gezwungen, indem sie ihnen die Versorgung mit Wasser, Essen und sanitären Einrichtungen verwehrten. Etwa 200 San reichten im April 2002 Klage ein, die zunächst wegen einer Formalie abgewiesen wurde.

Erst 2004 beschloss der Oberste Gerichtshof, sich mit der Sache zu befassen. Der Fall hatte zahlreiche Prominente auf den Plan gebracht. Unter anderem setzten sich der Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu und die Schauspieler Colin Firth und Julie Christie für die Buschleute ein.

Seit 20.000 Jahren in Wüste
Die San leben seit rund 20.000 Jahren in der Kalahari-Wüste. Früher gehörten ihrem Volk mehrere Millionen Menschen an, heutzutage sind es nur noch rund 100.000, von denen knapp die Hälfte in Botswana lebt.

Wüstenvolk ist Diamant-Wirtschaft im Weg
Menschenrechtsorganisationen wie die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und die britische Survival International werfen der botswanischen Regierung vor, wegen ertragreicher Diamantenminen seit Jahrzehnten die systematische Vertreibung der San aus der Kalahari-Wüste zu betreiben. Unter anderem sei das Gebiet absichtlich als Wildpark ausgewiesen worden, obwohl die San traditionell Jäger und Sammler sind. Die Regierung argumentiert dagegen, die Buschleute würden in Dörfer "mit besseren Einrichtungen" umgesiedelt. Die Verteidigung der traditionellen Lebensweise sei eine westliche Betrachtungsweise.

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