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Griechenland

Minister nach Kloster-Skandal zurückgetreten

Ein Tauschgeschäft mit den einflussreichen Mönche wurde revidiert. Ein Untersuchungsausschuss wurde eingesetzt.

Das umstrittene Immobiliengeschäft der griechischen Regierung mit einem einflussreichen orthodoxen Kloster hat am Donnerstag zum Rücktritt von Staatsminister und Regierungssprecher Theodoros Roussopoulos geführt. Ministerpräsident Costas Karamanlis habe den Rücktritt angenommen, erklärte sein Büro. Roussopoulos war vorgeworfen worden, in die zweifelhaften Geschäfte verwickelt gewesen zu sein. Er erklärte, er sei zurückgetreten, um sich gegen die "schädlichen und völlig haltlosen Angriffe" zu wehren.

Vorgänge werden untersucht
Zuvor hatten die Abgeordneten am frühen Donnerstagmorgen in Athen einstimmig für eine Untersuchung der Vorgänge gestimmt, die inzwischen die konservative Regierung von Karamanlis schwer belasten. Das tausend Jahre alte Kloster Vatopedi auf dem Berg Athos hatte dabei Land von niedrigem Wert gegen wertvollen Staatsbesitz getauscht. Es verdiente damit rund 100 Millionen Euro, wie eine vorläufige Untersuchung der Staatsanwaltschaft ergab.

Das Kloster begründet seine Besitzansprüche auf Dokumente aus byzantinischer Zeit oder der Epoche der Ottomanen. Experten haben aber Zweifel an der Echtheit der Dokumente aus den Klosterarchiven. Die konservative Regierung kam wegen der umstrittenen Geschäfte zuletzt stark unter Druck und revidierte den Tauschhandel Anfang des Monats. Die Mönche wollen dagegen vor dem Europäischen Gerichtshof klagen.

Einflussreiche Geistliche
Die Geistlichen vom Berg Athos gelten in Griechenland als sehr einflussreich und sollen enge Beziehungen zu Regierungsmitgliedern unterhalten. Der Zutritt zum Berg Athos und seinen reichen Ausstellungen und Archiven ist ein bei Männern beliebtes Touristenziel. Frauen ist der Zutritt seit dem Jahr 1046 verboten. Selbst weibliche Tiere sind nicht erlaubt.

Nach Angaben eines Parlamentssprechers wird jetzt innerhalb von 45 Tagen ein Untersuchungsausschuss eingesetzt. Dafür stimmten alle fünf im Parlament vertretenen Parteien. Am Freitag wollten die Parlamentarier beraten entscheiden, ob Anklage gegen mehrere Regierungsmitglieder erhoben wird. Innenminister Prokopis Pavlopoulos erklärte aber, die Abgeordneten der Regierungspartei Neue Demokratie würden nicht an der Sitzung teilnehmen.

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