Rechtsradikale NPD verhöhnt Wähler

"Kevin und Mandy"

Rechtsradikale NPD verhöhnt Wähler

60.000 interne Mails der deutschen Partei wurden Medien zugespielt.

60.000 interne Mails der rechtsradikalen deutschen NPD wurden dem „Spiegel“ und der „taz“ anonym zugespielt. Die entlarvenden Nachrichten lassen bei der Partei offenbar die Alarmglocken schrillen: „Vorsicht! Feind liest mit!“ ist auf der Homepage der NPD zu lesen. Die Panik scheint angebracht, schließlich zeigen die E-Mails auch auf, was die Parteigranden von ihrer Wählerschaft halten.

"Horde 'widerwärtig' aussehender Ausländer"
Die „taz“ berichtet von einer Nachricht von Holger Apfel, dem NPD-Fraktionsvorsitzenden in Sachsen, dem ein Wahlkampfplakat für Sachsen-Anhalt offenbar nicht weit genug ging: Das Plakat zeigte einen Mann mit Pistole, im Hintergrund ist ein „Ausländer“ zu erkennen. Apfel wollte deshalb lieber "eine Horde 'widerwärtig' aussehender Ausländer" sehen. Der Landeschef von Sachsen-Anhalt, Matthias Heyder, soll wiederum festgehalten haben, dass die Partei nicht "Jin/Jang und Azül", sondern "Kevin und Mandy" ansprechen wolle.

Von "deutschem Gruß" bis "Heil Germania"
Neben Witzen über die eigene Wählerschaft verwenden Anhänger und Funktionäre die in der Neonazi-Szene üblichen Grußformeln: So schließt der Pressesprecher der NPD Krefeld Mails "Mit deutschem Gruß" – und wurde sogleich zu vorsichtigeren Formulierungen ermahnt: "Zu deinem eigenem Schutz und dem deiner Kameraden möchte ich dich auffordern, diese Grußformel nicht mehr zu benutzen", antwortete ein Parteifreund. Laut "Spiegel" hat ein sogenannter „Stützpunktfüher“ eine Mail sogar mit "Heil Hitler" begonnen. Am Ende schrieb er "Heil Germania". Da wurde es Parteikollegen zu heiß. "So drastisch, wie er sich ausdrückt“, müsse der Mann „entweder verrückt oder ein 'Agent Provokateur' sein, den wir nicht dulden können", zitiert das Magazin eine andere Mail.

Neonazi-Codes
Die Gesinnung wird oftmals in - mehr oder minder offensichtlichen – Codes verborgen: NPD-Bundesvorstandsmitglied Thomas Wulff unterschreibt laut "taz" auch "88" - ein rechtsextremer Code für das verbotene "Heil Hitler".

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