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Weltpolitik

Giorgia Meloni, Italiens neuer Polit-Star

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Italien wählt und Europa hat Angst: Vor Giorgia Meloni, 45, neuer Polit-Star Italiens: „So rechts wie sie ist keine“, warnen Experten. Sie könnte die erste Frau an der Regierungsspitze Italiens werden.

Rom. Seit 07.00 Uhr sind die rund 61.000 Wahllokale geöffnet. 51.4 Millionen Wahlberechtigte bestimmen über 400 Abgeordnete und 200 Senatoren. Nach dem Rücktritt des parteilosen Ministerpräsidenten Mario Draghi am 21. Juli löste Staatspräsident Sergio Mattarella das Parlament auf, Neuwahlen wurden nötig.

Absolute Favoritin für das Amt des Ministerpräsidenten ist Giorgia Meloni, 45. Eine Rechtspopulistin ist auf dem Weg ins Premierministeramt in unserem liebsten Urlaubsland.

Sie ist blond. rechts, knallhartt

Doch wer ist Giorgia Meloni wirklich?

Ich bin eine Frau, eine Mutter (eine Tochter), eine Christin, sagt sie. Sie ist Chefin der Fratelli d'Italia ("Brüder Italiens"). In allen Umfragen lag ihre Bewegung mit rund 25 Prozent klar vor den Sozialdemokraten von Enrica Letta (22,3 Prozent).

Meloni ist die starke Schwester unter rechten Brüdern: Meloni spricht vier Sprachen, ihre Rhetorik ist radikal, in ihrer Partei wimmelt es von "Duce-Fanatikern".

Silvio Berlusconi holte die 45-jährige einst in die Spitzenpolitik, damals war sie 31 und die jüngste Ministerin Italiens.

Ihre Linie ist kompromisslos: Migranten raus, klare Kante gegen Brüssel, Italien zuerst: "Ich bin Soldat", schrieb sie in ihrem Buch Io sono Giorgia ("Ich bin Giorgia"). Nationalstolz steht bei ihr an erster Stelle: "Europa wird rechts oder gar nicht sein", zitiert sie gerne Frankreichs de Gaulle. Ihre Bewegung gilt als "postfaschistisch". Im Wahlkampf versuchte sie allerdings versöhnlich zu klingen, staatstragend. Sie gab sich als ernste Politikerin, die mit dem Faschismus nichts am Hut hat. Doch es gibt berechtigte Zweifel daran, ob sie es tatsächlich ist.

Bundespräsident Van der Bellen, der erst kürzlich Rom besuchte, sagte allerdings: „Wir brauchen keine Angst vor ihr haben“.

Ihre größte Stärke ist: Sie hat Italiens Rechte geeint. In ihrem Rechtsblock ist Berlusconis Forza Italia (7,7 Prozent) und Matteo Salvinis Lega (13 Prozent). Gemeinsam könnten sie die nächste Regierung bilden, denn Italiens Linke ist völlig zerstritten, und die Fünf-Sterne Bewegung, ursprünglich die starke Kraft in Italien, ist völlig abgestürzt.

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