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Paar strandet in der Südsee

»Wir dachten, wir müssen sterben«

Wie Irene Humer und Christian Eckhardt die Seenot überlebten und wie es ihnen jetzt geht.

Sie erlebten, wovon andere nur träumen: Mehr als ein Jahr lang schipperten Irene Humer (28) und Christian Eckhardt (34) mit ihrer 13 Meter langen Yacht durch die Südsee. Sie lebten auf Tahiti und in Polynesien, sie fingen ihre eigenen Fische und schwammen an den schönsten Sandstränden der Welt. Bis jetzt. Denn ihre geplante Pazifik-Überquerung hätten sie fast mit dem Leben bezahlt.

„Das Skelett des Schiffes brach an gleich zwei Stellen“
Denn nach heftigem Wellengang und starken Winden drohte ihr 25 Jahre altes Schiff am Dienstag schließlich auseinanderzubersten. „Die Ringstruktur, die das Skelett des Bootes zusammenhält bekam Risse und brach an zwei Stellen. Wir waren in Lebensgefahr“, erklären die beiden Globetrotter im Gespräch mit ÖSTERREICH.

Werden Globetrotter Lehrer in Samoa?
Nur durch Zufall konnten die beiden von einem kleinen Fischerboot in Sicherheit gebracht werden und sitzen nun seit fast einer Woche in Pago Pago, der Hauptstadt von Amerikanisch-Samoa, mitten im Pazifik fest.

Aber auch wenn der Schock über die Schiffskatastrophe noch immer tief sitzt, zurück nach Österreich wollen die beiden noch lange nicht. „Vielleicht beginnen wir ja hier sogar als Lehrer“, erklärt Christian Eckhardt.

»Alle Habseligkeiten für immer verloren«

ÖSTERREICH: Wie geht es Ihnen jetzt? Haben Sie den Schock über die Seenot im Pazifik schon überwunden?
Christian Eckhardt: Durch die Tatsache, dass wir noch auf dieser Welt verweilen, kommen wir erst langsam wieder auf den Boden. Dass wir nun mal unser Schiff und alle Habseligkeiten, darunter auch alle Bilder und Filme der letzten zehn Jahre, verloren haben, ist aber nicht leicht zu verkraften.

ÖSTERREICH: Wann wussten Sie, dass die Situation auf See nicht mehr zu beherrschen ist?
Eckhardt: Nach vier Tagen bei gut 35 Knoten Wind (Anmerk. rund 70 km h) brach das erste Stahlkabel, das den Mast aufrecht hält. Später dann bekam die Ringstruktur, die das Boot zusammenhält Risse und brach an zwei Stellen. Da wussten wir: Wir sind nicht mehr sicher.

ÖSTERREICH: Die Rettung via Fischerboot war dann ebenfalls nicht unproblematisch.
Eckhardt: Da hatten wir Panik um unser Leben. Die Crew des Bootes war völlig unerfahren und ich wusste, wenn wir aus dem Schlauchboot fallen, dann ist das unser definitives Ende.

ÖSTERREICH: Wo ist Ihr Boot jetzt?
Eckhardt: Das Boot ist weg. Wir wissen nicht wo und wir wissen nicht, ob es noch existiert. Wir haben noch die Hoffnung, dass es vielleicht irgendwann mit unseren Sachen wieder irgendwo angespült wird.

ÖSTERREICH: Wann planen Sie nach Österreich zurückzukehren?
Eckhardt: Noch nicht. Unser Plan wäre sowieso gewesen in Samoa als Mathe- und Physiklehrer zu arbeiten. Vielleicht ist es ein Zeichen, dass wir gerade zehn Tage vor Schulbeginn hier angeschwemmt wurden.

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