'Wofür?': So reagierte Obama auf den Friedensnobelpreis

Aus dem Bett geläutet

'Wofür?': So reagierte Obama auf den Friedensnobelpreis

US-Präsident dachte an Terroranschlag, als er am 9. Oktober 2009 von seinem Pressesprecher aus dem Bett geläutet wurde. 

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat auf die Nachricht, dass er mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wird, ähnlich reagiert wie viele seiner Kritiker. "Wofür?" sei seine erste Reaktion gewesen, als ihm sein Pressesprecher Robert Gibbs am 9. Oktober 2009 die Nachricht überbrachte, schreibt Obama in seinen am Dienstag veröffentlichten Memoiren "A Promised Land".
 
Gibbs habe ihn gegen 6.00 Uhr US-Ortszeit aus dem Bett geläutet. "So frühe Anrufe von meinen Mitarbeitern waren selten, und mein Herz gefror. War es ein Terroranschlag? Eine Naturkatastrophe?", schreibt Obama. "Sie haben den Friedensnobelpreis bekommen", sagte Gibbs. Obama: "Wie bitte?" Gibbs: "Sie haben es vor ein paar Minuten bekanntgegeben." Obama: "Wofür?"
 

"Nicht das Gefühl, dass ich es verdiene"

Gibbs habe diese Frage geflissentlich überhört und stattdessen informiert, dass Mitarbeiter für die Ausarbeitung eines Statements bereit stünden. Nach dem Telefonat habe seine Frau Michelle ihn gefragt, worum es in dem Gespräch gegangen sei. "Ich bekomme den Friedensnobelpreis", sagte der Präsident. "Das ist wunderbar, Liebling", so die First Lady, die sich dann im Bett umgedreht habe, um noch etwas zu schlafen.
 
 "Ich hatte nicht das Gefühl, dass sich es verdiene, in der Gesellschaft jener gestalterischen Personen zu sein, die in der Vergangenheit geehrt wurden", schreibt Obama weiter. Vielmehr habe er die Auszeichnung als "Aufruf zum Handeln" verstanden für amerikanische Führungskraft im Kampf etwa gegen die Sicherheitsbedrohung durch Atomwaffen, gegen den Klimawandel und Ungleichheit.
 
Doch sei ihm an diesem Tag auch "die wachsende Kluft zwischen den Erwartungen und den Realitäten meiner Präsidentschaft" klar geworden, verwies Obama auf die damalige Zuspitzung des militärischen Konflikts in Afghanistan, die jenen Oktober "zum tödlichsten Monat" für die US-Truppen seit Beginn des Krieges im Jahr 2001 werden ließen. "Statt in eine neue Ära des Friedens zu führen, war ich damit konfrontiert, mehr Soldaten in den Krieg zu schicken."
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