04. September 2006 14:08

EU-Vergleich 

2,2 Prozent Anstieg bei den Arbeitskosten

Der jährliche Zuwachs der Arbeitskosten in der Industrie und bei Dienstleistungen ist in Österreich geringer als in der Euro-Zone und der EU.

2,2 Prozent Anstieg bei den Arbeitskosten
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Während in Österreich die Arbeitskosten je geleisteter Stunde von 2000 bis 2005 pro Jahr um 2,2 Prozent stiegen, fiel der Anstieg im Euro-Währungsgebiet mit 3,0 Prozent deutlich höher aus.

Deutschland nur 1,8 Prozent
In Deutschland stiegen die Arbeitskosten im Schnitt überhaupt nur um 1,8 Prozent jährlich, weit unter dem Zuwachs von 3,6 Prozent in der EU. Das geht aus einer vor kurzem in Berlin veröffentlichten Studie des deutschen Statistischen Bundesamts hervor. Stärker als in Deutschland und Österreich fielen die Arbeitskosten-Steigerungen in Frankreich aus, und zwar mit einem Plus von 3,4 Prozent. Noch stärker stiegen die Arbeitskosten in Schweden mit 3,9 Prozent, den Niederlanden (4,0 Prozent), Finnland (4,3 Prozent) und Großbritannien (4,7 Prozent).

In den osteuropäischen EU-Ländern fiel der Anstieg noch kräftiger aus, allerdings von einem weit niedrigeren Niveau aus. So stiegen die Arbeitskosten in diesen Jahren in Tschechien um 7,4 Prozent, in Ungarn gar um 10,0 Prozent.

Arbeit in Dänemark am "teuersten"
Die Arbeit in den "alten" EU-Staaten bleibt trotz dieser Steigerungsraten in den neuen Mitgliedsländern für Arbeitgeber relativ teuer. In einem vorläufigen Vergleich des deutschen Statistischen Bundesamts ist Arbeit in Dänemark am teuersten, gefolgt von Belgien, Luxemburg, Frankreich, den Niederlanden, Deutschland, Finnland und am achten Platz Österreich. Am billigsten ist Arbeit demnach in Litauen.

Sorge um Binnennachfrage
Der besonders niedrige Zuwachs der Lohnkosten in Deutschland wird von Experten unterschiedlich kommentiert. Deutschland habe seine Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere gegenüber anderen EU-Staaten, verbessert, so der Präsident des Statistischen Bundesamts, Johann Hahlen. Das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) betrachtet den Trend jedoch mit Sorge: Das relativ geringe Lohnwachstum stärke zwar die Unternehmen, gebe aber nur geringe Impulse für die Binnennachfrage und damit für die Konjunktur.




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