WM-Uhr tickt in Brasilien - 

 

WM-Uhr tickt in Brasilien - "Gelb" für Säumige

Der Grund: Mehrere Städte sind säumig und haben mit 1. März die FIFA-Frist für den Beginn der Bauarbeiten an den WM-Stadien verstreichen lassen. Es gibt nun eine Galgenfrist bis zum 3. Mai, danach aber kein Pardon mehr.

Silva machte den Nachzüglern unmissverständlich klar, was das heißt. Wer die neue Frist nicht einhalte, dem drohe das Aus als Ausrichter. Der Chef des Organisationskomitees in Brasilien und Präsident des Nationalen Fußballverbandes CBF, Ricardo Teixeira, schickte an die zwölf Auserwählten eine deutliche Botschaft: "Auf keinen Fall kann eine Ausrichterstadt den effektiven Beginn der Bau- oder Modernisierungsarbeiten über den 3. Mai hinaus verzögern", mahnte er in einem Brief und bat um Antwort innerhalb dieser Woche. Darin sollten die Verantwortlichen erläutern, warum die Frist vom 1. März nicht eingehalten wurde, und was sie zu tun gedenken, damit die Arbeiten schnellstmöglich beginnen können.

"Warum die Eile?", fragt sich dagegen mancher Brasilianer und verweist auf die noch sehr lange Zeit bis 2014. Aber der Schein trügt. Zwar beginnt das Turnier in Brasilien erst im Juni 2014, aber der Confederations Cup als WM-Probegalopp startet ein Jahr vorher. Dafür will die FIFA fünf der zwölf Stadien nutzen. Die Frist für das Ende der Bauarbeiten lautet: 31. Dezember 2012. FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke rechnete vor, dass von der neuen Deadline (3. Mai) an gerechnet bis dahin nur noch etwas mehr als 31 Monate bleiben.

"Südafrika hat seine Stadien in 30 Monaten gebaut. Das ist ein ausreichender Zeitraum. Aber wir kommen langsam in Brasilien an diese Grenze und noch ist nichts gemacht", sagte der Franzose und deutete an, dass die FIFA in Brasilien weniger Geduld als in Südafrika haben wird: "Wir haben aus den Fehlern gelernt, und die Dinge werden bei der nächsten WM anders sein, weil wir wollen, dass die nächste immer besser als die vorherige wird."

Die Zeitung "Folha de Sao Paulo" führte schon 14 Tage vor Ablauf der Frist die Säumigen vor. Sieben der zwölf Städte standen auf der Liste, darunter Rio de Janeiro mit dem legendären Maracana-Stadion, die im Nordosten gelegenen Stadt Natal (Stadion: Arena das Dunas), Manaus (Vivaldao) und Fortaleza (Castelao). Die Stadt am Zuckerhut rechnet fest mit dem Endspiel 2014. Das Maracana-Stadion, das in diesem Jahr 60 Jahre alt wird, soll ab August für mehr als zwei Jahre für die Arbeiten geschlossen werden.

Unter anderen sind vier zusätzliche Rampen geplant, damit das Stadion die FIFA-Auflagen für eine Notfall-Evakuierung der mehr als 80.000 Zuschauer binnen acht Minuten erfüllt. Die Kosten dafür betragen umgerechnet mehr als 200 Millionen Euro. Doch droht den Planern Ungemach, denn bei den Arbeiten an Rios "Fußball-Tempel" haben auch die Denkmalschützer ein Wort mitzureden, und die sind mit den Plänen nicht ganz einverstanden.

In Verzug sind auch die Städte Natal und Fortaleza. "Wir haben die Vorgaben einige Male geändert, aber das Wichtigste ist doch das Datum für das Ende der Arbeiten. Wir werden alles tun, um das (fertige) Stadion bis Dezember 2012 abzuliefern. Das garantieren wir", betonte der für Fortaleza zuständige Sportsekretär des Bundesstaats Ceara, Ferruccio Feitosa. Auch für Natals Bürgermeisterin Micarla de Sousa zählt vor allem das Abgabe- und nicht das Anfangsdatum. Die Nervosität kann sie trotzdem verstehen: "Es ist offensichtlich, dass die FIFA besorgt ist über die Nichterfüllung der Fristen in Südafrika. Sie muss die CBF jetzt drängen, die Städte unter Druck zu setzen. Das ist normal."

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