Botnetze sind auch für IT-Laien lukrativ

Cyberkriminalität

© AP

Botnetze sind auch für IT-Laien lukrativ

Ob Sie es glauben oder nicht: Um mit kriminellen Botnetzen Millionen zu scheffeln, muss man nicht unbedingt ein klassischer Computer-Nerd sein - das ist die Conclusio eines Pressetermins in Wien, zu dem am Mittwoch (25. August) der Antivirenspezialist Kaspersky Labs geladen hatte. Das Risiko, dass die entsprechenden Spuren durch das Internet zurückverfolgt werden, ist nicht allzu groß. Außer man investiert seine Beute in dicke Autos und fotografiert sich in einem Bett aus Geld, wie das einige Südamerikaner getan haben.

Wie viel man mit Spyware verdienen kann, haben wir schon einmal gezeigt.

Technische Kenntnisse sind keine Voraussetzung
Wie kommt man an ein funktionierendes Botnetz, dass die Computer Hunderttausender unwissender Clients kontrolliert? Man kauft in einschlägigen Foren etwa ein Eleonore Exploit Kit, das pro Domain bis zu 1.000 Dollar (793 Euro) kostet und kann schon loslegen. "Dazu muss man von Technik keine Ahnung haben", betonte Marco Preuß, Senior Virus Analyst bei Kaspersky Labs. Das Botnetz wird vollautomatisch aufgebaut.

Wie verdient man nun daran?
Man stellt sein Netz in Foren über eine Art Treuhänder, der dafür garantiert, dass für das bezahlte Geld auch Leistung erbracht wird, Kreditkartenbetrügern, Erpressern, Spammern, etc. zur Verfügung. Auch hier gibt es bestimmte Sätze, wie viel welches Angebot kostet. Die Command & Control Center (C&C), über die Botnetze gesteuert werden, sitzen großteils in Europa, hier laut Preuß vor allem in Deutschland, China und den USA - überall dort, wo es eine stabile Infrastruktur und wenig Risiko gibt, erwischt zu werden. Über die Netze werden Virusattacken lanciert, Daten wie Paypal ausspioniert (Nummern von Mastercard oder Visa werden für gerade fünf Dollar gehandelt), oder Accounts gestohlen.

Wie viele Rechner entsprechend infiziert sind, das wagte Preuß nicht zu schätzen. Einige Botnetze existieren aber schon sehr lange und kontrollierten Hunderttausende Rechner. Viele davon sind nicht durch Antivirensoftware geschützt, bzw. wurde diese nicht entsprechend aktualisiert. Die Kriminellen, zumeist Einzelpersonen oder ganz kleine Gruppen, zu erwischen, wird immer schwieriger. Waren sie früher nach dem Muster Master-Client organisiert, werden die Spuren nun durch Peer-to-Peer-Strukturen verschleiert.

100%-iger Schutz ist Utopie
Wie schützt man sich - und ist man mit den Produkten von Kaspersky Labs vor allen Bedrohungen gefeit? "100-prozentigen Schutz gibt es nicht", gab der Fachmann zu. Eine Ehrlichkeit, die nicht überraschen sollte: Alleine im vergangenen Jahr bekam es das Unternehmen mit 14 Mio. neuen schädlichen Programmen zu tun.

Diesen Artikel teilen:

Postings (0)

Postings ausblenden

Posten Sie Ihre Meinung

Anzeigen

Werbung

Top Gelesen 1 / 5
Pokémon Go bekommt Super-Update
Viele coole Neuerungen Pokémon Go bekommt Super-Update
Entwickler verraten, auf was sich die Spieler künftig freuen dürfen. 1
iPhone 5s bei Hofer jetzt so billig wie nie
Apple-Handy für Sparfüchse iPhone 5s bei Hofer jetzt so billig wie nie
Discounter läutet ab sofort den Abverkauf des 4-Zoll-Smartphones ein. 2
Apple-Chef blamiert sich mit Pokémon Go
Jetzt spottet das Netz Apple-Chef blamiert sich mit Pokémon Go
Konzern verdient Milliarden am Game, Tim Cook kann es aber nicht aussprechen. 3
Super-Update für WhatsApp am iPhone
Große Emojis & Co. Super-Update für WhatsApp am iPhone
Messenger-Dienst stattet seine iOS-App mit vielen neuen Funktionen aus. 4
1. Pokémon-Go-Spieler erreichte Höchst-Level
Dank Geheim-Trick 1. Pokémon-Go-Spieler erreichte Höchst-Level
Um auf Level 40 zu kommen, musste er 280.000 Punkte pro Stunde erspielen. 5
Die neuesten Videos 1 / 10
Heiße Erde trifft kaltes Wasser
Lavastrom Heiße Erde trifft kaltes Wasser
Zum ersten Mal seit 2013 hat ein Lavastrom des Vulkans Kilauea auf Hawaii den Ozean erreicht.
Hillary Clinton will US-Präsidentin werden
US-Wahl Hillary Clinton will US-Präsidentin werden
Mit scharfen Angriffen auf ihren Rivalen Donald Trump hat die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton bei der Demokratischen Partei für Unterstützung bei der Präsidentenwahl in gut drei Monaten geworben.
Gedenken an Pfarrer der Terror-Opfer wurde
Frankreich Gedenken an Pfarrer der Terror-Opfer wurde
Mit einer Zeremonie ist am Donnerstag in Saint-Etienne-du-Rouvray des am Dienstag getöteten Kirchenmannes gedacht worden. Nach dem Anschlag auf das Gotteshaus in Nordfrankreich hat eine IS-nahe Agentur ein weiteres Video veröffentlicht, das einen der Attentäter zeigen soll.
Merkel: Kampf gegen islamistischen Terror
Deutschland Merkel: Kampf gegen islamistischen Terror
Nach den jüngsten Gewalttaten in Deutschland hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ein entschiedenes Vorgehen des Staates gegen islamistische Extremisten angekündigt. Bei ihrer Sommer-Pressekonferenz in Berlin stellte sie am Donnerstag einen Neun-Punkte-Plan vor.
Dank dieses Geräts wird Urin zu Trinkwasser
Belgien Dank dieses Geräts wird Urin zu Trinkwasser
Die Technologie soll vor allem Menschen in Entwicklungsländern Zugang zu sauberem Trinkwasser sichern.
 Papst ist trotz seines Sturzes "stark"
Polen Papst ist trotz seines Sturzes "stark"
Franziskus besuchte im Rahmen des Weltjugendtags das wichtigste katholische Wahrzeichen Polens - die Schwarze Madonna von Tschenstochau. Auf dem Weg zur Messe strauchelte er kurz, kam aber schnell wieder auf die Beine und setzte sein Programm fort.
Weitere Entlassungen und Haftbefehle in der Türkei
Türkei Weitere Entlassungen und Haftbefehle in der Türkei
Nach dem gescheiterten Putsch halten die Entlassungen in den türkischen Behörden unvermindert an. Zudem ging die Regierung am Donnerstag erneut massiv gegen Medien vor.
Neuer Elefantenbulle in Schönbrunn
Tiergarten Neuer Elefantenbulle in Schönbrunn
25 Jahre alt, vier Tonnen schwer und fast drei Meter groß: Das sind die Eckdaten des neuesten Bewohners im Tiergarten Schönbrunn. Es handelt sich um den Elefantenbullen Shaka, der am Mittwoch aus dem Zoo Duisburg nach Wien übersiedelt ist.
Prozess gegen Ex-Landesrat Dobernig
Kärnten Prozess gegen Ex-Landesrat Dobernig
Der freiheitliche Kärntner Ex-Politiker und ehemalige Finanzlandesrat Harald Dobernig steht seit Donnerstag in Klagenfurt vor Gericht.
So sieht der Verkehr in Wien aus
Wien So sieht der Verkehr in Wien aus
Beeindruckendes Zeitraffervideo zeigt, wie heftig es in der Bundeshauptstadt staut.

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.