Jubel für den 
Tenorissimo

Oper

Jubel für den 
Tenorissimo

Oper. Bei seinem Auftritt wurde er mit Applaus und Bravos empfangen: Der spanische Tenorissimo Plácido Domingo, dessen enorme Stimmbandbreite ihm den Titel „König der Oper“ eingebracht hat, gab sein Wiener Rollendebüt als Giorgio Germont in Verdis Seelendrama La traviata an der Staatsoper. Der strenge, großbürgerliche Vater des verliebten Alfredo, der den Sohn aus Sorge um den guten Ruf vor der Liebe zur Kurtisane Violetta bewahren will und damit ihren Tod verschuldet, ist der siebente Verdi-Bariton in der Karriere des rastlosen Jahrhundertsängers, der mit 140 Tenor-Partien den Weltrekord hält (Pavarotti hatte 25 Rollen im Repertoire).

Strahlend. Mit dunkler, metallisch leuchtender Stimme und glutvoller Phrasierung sang er die große Arie Di Provenza il mar il suol, wunderbar gelang das Duett mit Violetta, Pura siccome un angelo. Der Tenorissimo verfügt über alle für die Bariton-Partie nötigen Töne, doch klingt er, wie Domingo im Herbst seiner Karriere eben klingt: stark nachgedunkelt, aber noch immer strahlend wie ein genuiner, großer Tenor.

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