01. Juli 2009 11:49
Lange hat sie geschwiegen, jetzt spricht No Angels-Star Nadja
Benaissa zum ersten Mal seit dem HIV-Skandal: "Ich bin HIV positiv. Das
heißt: Ich trage diesen Virus in mir. Aber er ist nicht ausgebrochen. Ich
nehme Medikamente, die auch verhindern werden, dass diese Krankheit
ausbricht. Ich achte auf mich, ich treibe Sport, ich ernähre mich gut. Ich
bin ein komplett gesunder Mensch, auch wenn ich HIV-positiv bin." Am
Mittwochabend ist Nadja live bei stern TV (22.15 Uhr, RTL) mit
Günther Jauch zu Gast.
"Im Flugzeug nannte man mich sogar mal Schlampe", zitiert die
deutsche Bild
Zeitung aus dem Vorgespräch mit stern TV. "Da wundert
man sich schon, dass erwachsene Menschen sich so verhalten."
Druck
"Es war immer sehr belastend, dieser Druck. Weil es
immer Menschen gab, die unbedingt wollten, dass das rauskommt und ich immer
dafür gekämpft habe, dass das bei mir bleibt", schildert
Nadja Benaissa wie anstrengend die letzten Jahre für sie waren. "Das
hat sich ja jetzt erledigt. Jetzt kann mich keiner mehr erpressen."
Alltag?
In ihren Alltag konnte Nadja nach den Schlagzeilen nicht
zurückkehren: "Es ist immer noch ein Ausnahmezustand. Ich kann
immer noch nicht einfach so irgendwo hingehen und frei sein und einfach ein
normaler Mensch sein. Ich habe jetzt diesen Stempel. Der ist jetzt da. Ich
werde jetzt versuchen, das Beste draus machen.“
Nadja Benaissa war am Samstag, 11. April, vor einem Auftritt in einer
Frankfurter Disco festgenommen worden. Die Sängerin wird von der Darmstädter
Staatsanwaltschaft beschuldigt, trotz HIV-Infektion ungeschützt Sex mit
Männern gehabt und einen Mann angesteckt zu haben. Die Justizbehörde
ermittelt gegen sie wegen Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Nadja
Benaissa saß zehn Tage lang bis zum 21. April in Untersuchungshaft.
Staatsanwalt Ger Neuber sagte am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP: "Wir
ermitteln ergebnisoffen." Ob Anklage erhoben werde, sei ebenfalls offen.
Am Freitag (3. Juli) steht Nadja mit den No Angels zum ersten Mal wieder auf
der Bühne – beim Stadtfest in St. Pölten. Das Interesse ist enorm. "Wir
haben so viele Anfragen von Medien aus ganz Europa, dass wir eine
Pressekonferenz überlegen. Ansonsten müssten die No Angels einen Tag früher
nur für Interviews anreisen", erzählt Peter Puchner vom Büro
V.