Maier: Unfall als Ski-Tourist

Hand gebrochen

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Maier: Unfall als Ski-Tourist

So gefreut hatte sich Hermann Maier, nach Abschluss seiner sportlichen Laufbahn so richtig frei Ski fahren zu können, ohne Tore, die die Richtung vorgeben, auf den Tiefschnee. „Wenn’s wieder genug Schnee hat, freu ich mich schon auf die nächste Ski-Tour“, sagte er noch vor wenigen Wochen.

Und dann das: Ausgerechnet an einem seiner ersten Tage als Skitourist bricht er sich die rechte Hand, baut einen schweren Unfall, ohne überhaupt gestürzt zu sein.

Handbruch an seinem ersten Tag als Skitourist
Maier war am vergangenen Mittwoch auf Urlaub in seiner Heimat Flachau. Gemeinsam mit seinem Freund, dem Hotelier Harald Lürzer, ging’s in Obertauern zum Skifahren ins „steile Gelände“. Auch als „Skitourist“ lässt es der „Alt-Herminator“ richtig tuschen. In typischer Hermann-Maier-Manier nimmt er die Kurven, touchiert mit der Hand die Piste, wie er es bei seinen historischen Siegen gewohnt war.

Piste mit Hand touchiert
Schmerzlicher Unterschied: Bei seinen Siegen waren die Pisten gewöhnlich präpariert, hier, im freien Gelände, war das nicht der Fall. Maier rammt einen Eisbrocken, der reißt ihm den rechten Daumen nach hinten, verdreht die ganze Hand. Den kurzen Schmerz ignoriert Maier vorerst.

Sechsmal fährt er noch mit dem Lift hinauf und die Abfahrt hinunter. „Sechs Fahrtln hab i no g’macht“, erzählt er anschließend seinen Freunden. Dann erst bemerkt er, dass ihm die Hand immer mehr anschwillt und zunehmend extrem weh tut.

Diagnose: Bruch des Mittelhandknochens
Am Abend sucht er seinen Freund Dr. Artur Trost auf, der ihn bereits nach seinem Motorrad-Unfall verarztet hatte. Diesmal ist die Diagnose weit weniger verheerend: Bruch des rechten Mittelhandknochens. Maier wird die rechte Hand eingegipst.

Die Ironie des Schicksals kann zuweilen sehr schmerzhaft sein. Seit seinem legendären olympischen Sturz von Nagano 1998 hatte der Sportler Hermann Maier als unverwundbar gegolten. Als er sich gleich nach dem Start der Abfahrt x-fach überschlagen hatte und weit außerhalb der Piste zum Liegen gekommen war, hatte die ganze Welt um sein Leben gebangt – doch der Herminator stand auf, schüttelte sich den Schnee vom Anzug und winkte in die Kamera. Er hatte keine einzige Schramme abbekommen.

Auch nach seinem fatalen Motorradunfall, der seine Karriere unterbrach, waren ihm nach seiner Rückkehr auf die Piste schwere Verletzungen erspart geblieben. Und jetzt zieht er sich gleich zu Beginn seiner Karriere als Ski-Tourist eine schmerzhafte Fraktur zu.

Maiers Ärger über blöde Gerüchte im Skizirkus

Noch vor Weihnachten soll Dr. Trost den Gips durch eine Schiene ersetzen, am 25. Dezember will Hermann Maier wieder auf die Piste. Sein Betreuer Walter Delle Karth: „Der Hermann nimmt den Unfall ganz locker und findet’s witzig.“

Das Einzige, was Maier nicht lustig findet, sind blöde Gerüchte. Seit dem Unfall kursiert ein anonymes Mail im Skizirkus, die Blessur hätte kein Eisbrocken, sondern eine handfeste Auseinandersetzung verursacht.

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