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Mucha: Irrer Prozess um Fake-Rubine

Ihren Streit um angeblich falsche Rubin-Ohrringe haben der Verleger Christian Mucha und der Nobeljuwelier Aviad Gadner am Montagnachmittag vor dem Bezirksgericht Wien Innere Stadt mit einem Vergleich beigelegt. Mucha hatte dem Juwelier vorgeworfen, ihm anstatt "behandelter Rubine" lediglich synthetische Steine verkauft zu haben. Der Juwelier bangte um seinen "guten Namen".

Sichtweisen
Die Versionen rund um das Geschäft mit den Ohrringen waren ziemlich konträr, einig waren sich die Parteien lediglich darüber, dass es sich bei den besagten Steinen nicht um echte, unbehandelte Rubine gehandelt hat. "Die kosten 500.000 Euro und sind in Österreich gar nicht erhältlich", argumentierte Gadner. Vielmehr wären die Ohrringe mit synthetischen Steinen versehen gewesen, was auch im Zertifikat so ausgezeichnet war. Für den Schmuck habe Mucha 3.000 Euro in bar bezahlt sowie ein Inserat in seiner Zeitschrift "Elite" im Wert von 3.800 Euro geschaltet.

Mucha wies brüsk zurück, dass er gewusst hat, dass es sich lediglich um synthetische Rubine gehandelt hat. "Ich würde meiner Frau niemals synthetischen Schmuck schenken", ärgerte er sich vor Gericht. Auch sonst hatte Richterin Stephanie Wiedenhofer alle Hände voll zu tun, dass die Wortgefechte zwischen Mucha ("erbärmlich!", "abenteuerlich!") und Gadner ("Jetzt reden wir einmal wie erwachsene Menschen!") nicht ausuferten.

Genervte Richterin
Die Sache drohte endgültig zu eskalieren, als der Anwalt der Juweliers, Wolfgang Leitner, den Wert des Inserats infrage stellte. "Das Elite-Magazin erscheint doch unter Ausschluss der Öffentlichkeit", wetterte er in Richtung des Verlegers. Dieser drohte umgehend mit rechtlichen Schritten: "Jetzt haben Sie eine Klage am Hals." Der Verteidiger zog daraufhin seine Äußerung "mit dem Ausdrucke des Bedauerns" zurück. Die Richterin überlegte gleich mehrmals, die turbulente Verhandlung zu unterbrechen. "Ich habe zwei Buben zuhause, mit denen ist es leichter", meinte sie.

Letztendlich bot Mucha einen Vergleich an, schließlich habe er "gar nichts gegen den Juwelier". Er wollte das Schmuckstück retournieren und dafür einen gewissen Geldbetrag erhalten. Gadner wollte vor allem "nicht als Betrüger" dastehen. Der genaue Inhalt des Vergleichs wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Nach einigen Schreiduellen, die bis nach außen drangen, öffnete sich nach einer halben Stunde wieder die Türe. Die Parteien hatten sich auf einen Text geeinigt, in dem von "Missverständnissen" die Rede war.

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