10. Februar 2010 18:40
Nicht jeder, der am Strich geht, muss eine Linie haben. Die Affäre der Woche
ist ein Musterbeispiel dafür:
Montag wurde bekannt, dass Richard Lugners blutjunge Freundin "Katzi"
Anastasia Sokol eine aufregende
Vergangenheit hat: Die 20-jährige soll vor neun Monaten noch im Wiener "Gentlemen
Club" viel unter Männer gekommen sein und wenigstens 100 Euro dafür
verlangt haben.
Dienstag ließ das Escort-Girl – Katzi soll ihren 77-jährigen Herzkönig und
dessen Tochter zum Opernball begleiten – per Anwaltsbrief wissen: Alles
nicht wahr. Sie sei nur dreimal im Sex-Etablissement
gewesen, habe dort aber nie gearbeitet, sondern nur Werbefotos für das
Kultmotorrad Harley Davidson gemacht – und habe für die Aufnahmen 100 Euro
bekommen. Jedes weitere Wort sei Verleumdung.
Mit 19 Jahren schon
den Busen operiert
Mittwoch fand
ÖSTERREICH eine Kronzeugin, die über "Katzis"
Schutzbehauptung lacht. Denn die hübsche Slowakin Jana K. (29) war mit
der nunmehrigen Baumeister-Freundin im Frühling 2009 fast jede Nacht
zusammen – als Arbeitskollegin im "Gentlemen Club". Und
Rotlicht-Profi Jana lässt keinen Zweifel daran: "Anastasia war
genau so Prostituierte wie ich".
Mittlerweile arbeitet Jana in der fashionablen Schönbrunner "Schloßbar"
– erinnert sich aber an die frühere Kollegin genau: "Mir
fiel sofort auf, dass sie mit 19 Jahren schon den Busen operiert hatte, das
ist sogar in unserem Gewerbe ungewöhnlich." Beim Warten auf
Kundschaft plauderte Anastasia am Tresen aus, ihre Mama sei Russin und habe
einen Österreicher geheiratet. Seit der Scheidung der Eltern fühlte sich die
Blondine aber oft allein. Jana: "Sie litt – und hatte eine Zeit lang
sogar Bulimie." In guten Momenten verriet Anastasia ihre Träume: "Sie
sagte, dass sie wieder in die Schule gehen und neu starten will."
Anastasia verliebte
sich in einen ihrer Freier
Im Februar
und März 2009 herrschte gute Stimmung im Sex-Club. Im April begann
Anastasia, es sich mit Kolleginnen zu verscherzen, weil sie den anderen
Stammfreier abwarb, indem sie auch Verkehr ohne Schutz anbot. "In einen
Gast namens Michi", verrät Augenzeugin Jana, "hat sie sich
dann verliebt: groß, blond, blaue Augen, Mitte dreißig."
Doch Michi war an einer Beziehung nicht interessiert. Richard
Lugner wenig später schon. Zumindest bis heute.
Katzis Puff-Kollegin im Interview:
ÖSTERREICH: "Katzi", Richard Lugners Freundin sagt, sie habe
nie im "Gentlemen Club" gearbeitet, sondern dort nur einmal
Werbefotos für Harley Davidson-Bikes gemacht.
JANA K.: Ich weiß; das ist der Rotlicht-Witz der Woche. Wahr ist allerdings,
dass Anastasia vergangenes Jahr drei Monate lang im „Gentlemen Club“ meine
Kollegin war.
ÖSTERREICH: Ihre Kollegin als Prostituierte?
JANA: Als Animiermädchen. Aber natürlich geht jede von uns auch ins Separée.
Die meisten Männer kommen ja in eine Bar, weil sie Sex haben wollen.
ÖSTERREICH: Und wie viele Separée-Kunden hattet ihr damals so jede Nacht?
JANA: Im "Gentlemen Club" waren wir vier bis fünf Mädchen – und
jede hatte zwei bis drei Männer pro Abend.
ÖSTERREICH: Sex kostete von 100 Euro aufwärts?
JANA: Ja, für eine halbe Stunde. Für eine ganze Stunde wurden 190 Euro
verrechnet – die Hälfte davon gehört dem Mädchen. Aber wir haben auch an den
Konsumationen der Besucher mitverdient, was sich läppert. Denn schon ein
Piccolo-Champagner kostet 79 Euro – und ich komme manchmal auf vier große
Flaschen in einer Nacht. Dann brauch‘ ich aber am nächsten Tag eine
Hendlsuppe.
ÖSTERREICH: Wie kam es zu den umstrittenen Foto-Aufnahmen?
Jana: Die wurden damals als Werbung für die Internet-Seite des Clubs und
eine Diashow gemacht, die in der Bar lief, um Appetit auf uns zu machen.
Alles andere ist Unsinn.
ÖSTERREICH: Wann haben Sie Anastasia aus den Augen verloren?
JANA: Vergangenen April habe ich die Bar gewechselt, weil die Stimmung nicht
mehr gut war. Anastasia hat den anderen Mädchen sogar Stammgäste
weggebraten, weil sie jeden sexuellen Wunsch erfüllt – also auch Verkehr
ohne Schutz und bizarre Praktiken. Als ich ging, war sie noch im Geschäft –
und das ist erst neun Monate her.
Club-Besitzer: "Katzi war kein Callgirl"
Mittwochabend
meldete sich der Besitzer des "Gentlemen Club" (Firmenname GC
Gastro GmbH) via Anwältin Margit Kaufmann. Er verteidigt – wohl auch im
eigenen Interesse – die Ehre von Lugner-Katzi Anastasia Sokol.
Kernbotschaften: Katzi habe „zu keiner Zeit als Callgirl“ in dem
Etablissement gearbeitet. Und das sei überdies kein Bordell, sondern "ein
Nightclub mit individuellem Freizeitangebot." Die "Klarstellung"
überrascht nicht wirklich. Offiziell gibt es in keiner Bar Sex, sonst
müssten Katzis, die dort ihre Mäuse verdienen, als Dirnen registriert sein.
90 Prozent aller Animiermädchen sind aber "Tänzerin" von
Beruf.