Wann die Gastherme gefährlich wird

Kohlenmonoxid

Wann die Gastherme gefährlich wird

Bei großer Hitze müssen Besitzer von Gasthermen besonders vorsichtig sein, weil hohe Außentemperaturen den Abzug der Abgase behindern können. Im heißen Sommer 2012 kam es deswegen vor allem in Wien zu mehreren teilweise akut lebensgefährlichen Kohlenmonoxidunfällen. In der Nacht auf Dienstag gerieten in Wien-Landstraße eine ganze Familie und in Linz eine junge Frau in Vergiftungsgefahr. Besonders wichtig sind jetzt Lüften und eine sorgfältige Wartung der Thermen.

Beim Duschen zusammengebrochen

Montag gegen 22.45 Uhr brachte die Wiener Berufsrettung eine fünfköpfige Familie aus einer Wohnung in der Gärtnergasse ins Spital. Ein 14 Jahre altes Mädchen war beim Duschen zusammengebrochen. Der Vater alarmierte Feuerwehr, Rettung und Polizei. Die Jugendliche hat laut Michaela Rossmann, Sprecherin der Landespolizeidirektion, eine Kohlenmonoxidvergiftung erlitten. Bei den restlichen Familienmitgliedern, darunter zwei jüngere Geschwister im Alter von zehn und zwölf Jahren, bestand zumindest der Verdacht. Schuld an dem Vorfall war die Hitze: "Laut Experten dürfte es in der Wohnung aufgrund der hohen Außentemperaturen zu einem Abgasrückstau in der Gastherme und einem damit verbundenen Kohlenmonoxid-Austritt gekommen sein", sagte Rossmann.

Ebenfalls in der Nacht auf Dienstag fand ein 37-jähriger Mitbewohner eine 26-Jährige bewusstlos im Bad einer Linzer Wohnung. Der Mann leistete Erste Hilfe und alarmierte Rettung und Feuerwehr, ehe beide vom Notarzt versorgt und mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wurden. In der gesamten Wohnung wurden erhöhte Gaswerte gemessen, berichtete die Polizei-Pressestelle Oberösterreich. Die Feuerwehr schaltete die Therme ab. Sie sollte im Lauf des heutigen Tages vom städtischen Versorger Linz AG kontrolliert werden.

Abzug funktioniert nicht
Bei Hitze könne im Fang ein "Luftstoppel" entstehen, der Abzug der Gasthermen funktioniert dann nicht oder nur schlecht, warnte die Wiener Landesinnung der Rauchfangkehrer. "Der Abgaswächter spricht meistens an und moderne Geräte gehen auf Störung", so die Experten. Bei älteren Geräten kommen die Abgase in den Raum zurück. Zu Kohlenmonoxidunfällen (CO-Unfällen) kommt es meist dann, wenn durch nicht gewartete Gasfeuerstätten hohe CO-Konzentrationen entstehen und Abgase in den Raum ausströmen.

Fenster öffnen
Auch bei hohen Außentemperaturen sollte daher vor Inbetriebnahme, falls vorhanden, ein Fenster in jenem Raum geöffnet werden, in dem das Gerät steht. Geht das nicht, "muss während des Betriebes die Türe geöffnet bleiben und im nächsten Raum ein Fenster geöffnet werden", raten die Rauchfangkehrer. Als kurzfristige Hilfsmaßnahme empfehlen sie, von einem Installateurfachbetrieb ein Service durchführen zu lassen, falls das letzte länger als ein Jahr zurückliegt. Vor Billiganbietern sollten sich die Kunden in Acht nehmen. Ansonsten gilt: keine Vollbäder, duschen bei geöffneten Fenstern, und bei der Hauptkehrung den CO-Gehalt der Abgase durch den Rauchfangkehrer prüfen lassen. Langfristig könne man sich mit einem kleinen Umbau absichern, wobei ein drehbarer Aufsatz montiert wird, der bereits beim geringsten Wind Auftrieb erzeugt, bzw. mit einer Umstellung auf eine Gasfeuerstätte mit Gebläse.

Mehr Infos: www.wienerrauchfangkehrer.at

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