Mutter rettet Sohn

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"Mich hat der Blitz getroffen"

Am Sonntag unternahm die 52-jährige Hertha L. aus Maria Saal mit ihrem Sohn (32) eine Wanderung auf den Mirnock (Bezirk Klagenfurt-Land). Doch was als schöner Ausflug geplant war, endete in der Intensivstation des Kabeg-Krankenhauses von Villach: Nur wenige Meter unterhalb des Gipfels schlug ein Blitz ein, traf die routinierten Wanderer mit voller Wucht – ÖSTERREICH berichtete.

Ruhe bewahrt
Minuten später erwachte die ausgebildete OP-Schwester und sah ihren Sohn. Regungslos lag er neben ihr auf dem ­Boden. Hertha L. bewahrte Ruhe und begann sofort mit der Reanimation. „Sie hat das perfekt gemacht und ihrem Sohn dadurch das Leben gerettet“, weiß Spitalsarzt Arzt Harald Wimmer. Und: „Die beiden hatten sehr viel Glück.“ So viel Glück, dass sie außer einem Schock und Schädelbrummen keine Verletzungen davontrugen. Vermutlich dürfen beide schon heute nach Hause.

ÖSTERREICH: Frau L., wie haben Sie die letzen Minuten vor dem Blitzeinschlag in Erinnerung?

Hertha L.: Schon auf dem Weg zum Gipfelkreuz habe ich den Sekundenabstand zwischen den Blitzen und dem Donner gezählt. Das Gewitter war demnach weit weg von uns. Als wir dann oben am Gipfel waren, dachte ich nur: So, jetzt müssen wir aber wirklich wieder zurück. Plötzlich brach aber ein Unwetter mit Hagel los. Mein Sohn und ich suchten unter einem Felsen Schutz und hielten die Rucksäcke über unsere Köpfe.

ÖSTERREICH: Was ist dann passiert?

Hertha L.: Das Letzte, an das ich mich erinnere, ist, dass ich mit meinem Sohn geredet habe. Dann bin ich plötzlich mehrere Meter entfernt von ihm am Boden liegend aufgewacht. Es roch überall nach Verbranntem. Im ersten Moment dachte ich, dass ein Blitz in einem Stein eingeschlagen hat. Aber dann habe ich auch schon meinen Buben entdeckt.

ÖSTERREICH: In welchem Zustand befand sich Ihr Sohn in diesem Moment?

Hertha L.: Auch er lag am Boden. Ich bin sofort zu ihm hingelaufen. Zuerst war er noch ansprechbar. Aber dann bekam er große Pupillen und hat das Bewusstsein verloren. Ich habe sofort mit der Reanimation begonnen. Dabei sagte ich ihm immer wieder: Atme, atme endlich! In der Hektik habe ich am Handy aus Versehen 122 gewählt – den Notruf der Feuerwehr. Die haben mich gleich zur Rettung weiterverbunden.

ÖSTERREICH: Welche Ratschläge geben Sie Wanderern nach dieser entsetzlichen Erfahrung?

Hertha L.: Ich habe noch gar nicht richtig realisiert, wie knapp wir am Tod vorbeigeschrammt sind. Das kann so schnell gehen. Wenn man unsicher ist, wie sich das Wetter entwickelt, sollte man eine Wanderung besser abbrechen – oder gar nicht erst aufbrechen. Das Wetter kann, wie wir’s erlebt haben, schnell umschlagen. Wir jedenfalls werden das Schicksal nie mehr herausfordern.

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