Anita: Skandal-Akten vernichtet

Von Triebtäter missbraucht

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Anita: Skandal-Akten vernichtet

Es geht um den Fall Anita K. Bekanntlich steht ihr Ziehvater, Erwin K. (54) im Verdacht, die 23-Jährige in Eggern ermordet und ihre Leiche in der Slowakei abgelegt und angezündet zu haben.

Als der mutmaßliche Täter sich (von der Polizei festgenommen) in der U-Haft erhängte, offenbarte sich eine noch viel schlimmere Story: Erwin K. hatte das Mädchen, seit sie 12 Jahre alt war, aufgezogen und missbraucht und auch mit der ältere Schwester Silvia in einem Dreiecksverhältnis zusammengelebt. Wie ÖSTERREICH aufdeckte, hatte Anita bereits 2003 einmal versucht, sich aus den Fängen des Diplomingenieurs zu befreien.

Betreuer erkannten 
Drama um Anita nicht
Damals kam die 16-Jährige selbst zur MA 11, klagte über „psychische Gewalt“ und wurde mehrere Wochen im Krisenzentrum Nussdorf betreut.

Wie Jugendamtssprecherin Hertha Staffa gegenüber ÖSTERREICH andeutet, wurden bei dem Aufenthalt von den Soziologen sicher intensive Gespräche mit dem Mädchen als auch mit dem „Vater“ geführt.

Doch keinem der Betreuer war es offenbar gelungen, das wahre Drama, das sich zwischen den beiden abspielte, zu erkennen. Oder zu hinterfragen, warum der Mann – der zu keinem Zeitpunkt die gesetzliche Obsorge über Anita und ihre Schwester hatte – mit den zwei Mädchen in Wien und im Waldviertel zusammenlebte.

Missbrauchsopfer wurde Täter zurückgegeben
Auch das perverse Vorleben des Erwin K., des in den 70er- bis 90er-Jahren wegen Vergewaltigung, Blutschande und Raub vorbestraften Triebtäters, blieb dem Jugendamt verborgen. Dafür gab man Anita wieder zurück in die Obhut von Erwin K. Mit welcher Begründung bzw. wer die damalige Entscheidung zu verantworten hat, wurde allerdings vertuscht. Laut Staffa werden alle Akten – so es sich nicht um die komplette Unterbringung in einer Pflegefamilie oder in einer WG betrifft – drei Jahre nach Volljährigkeit der Betroffenen komplett gelöscht. Das würde auch den Gesetzen entsprechen.

1.000 Kinder pro Jahr in Wiener Krisenzentren
Die Jugendamtssprecherin gegenüber ÖSTERREICH: „Wir haben 1.000 Fälle pro Jahr, wo Jugendliche sich an uns wenden oder davonlaufen und in den Krisenzentren Unterschlupf finden, weil irgendetwas zu Hause nicht passt.“ Das wären extreme Datenmengen, die aufgehoben werden müssten…

Autor: Roland Kopt
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