Erstes Halbjahr 2010 so heiß wie nie

14,2 ° im Schnitt

© Raunig

Erstes Halbjahr 2010 so heiß wie nie

Das erste Halbjahr 2010 sei weltweit das wärmste seit Beginn der Messungen vor 130 Jahren. Die weltweite Durchschnittstemperatur von Jänner bis Juni sei bei 14,2 Grad Celsius gelegen, das sei um 0,7 Grad mehr als das langjährige Mittel im 20. Jahrhundert. Das zeigten der oberösterreichische Umweltlandesrat Rudi Anschober (G) und Meteorologe Wolfgang Traunmüller (bluesky Wetteranalysen) in einer Pressekonferenz am Donnerstag in Linz auf.

Auch der Juni sei der heißeste Juni in der Messungsgeschichte und außerdem der 304. Monat in Folge, der wärmer ausfiel als das langjährige Mittel im 20. Jahrhundert. Das würden die Daten des US-Wetterdienstes NOAA belegen, über die "spiegel online aktuell" informiere. "Das zeigt, dass wir keine stabile Temperatursituation haben, sondern dass die Temperaturwerte nach oben gehen", sagte Anschober. Die Klimakrise treibe die Temperatur nach oben, derzeit global schon um etwa ein Grad. Im schlimmsten Fall steige die Durchschnittstemperatur um bis zu sechs Grad bis zum Ende des Jahrhunderts.

Juni liegt auf Rekordkurs
Kurzfristige Schwankungen und Rekorde könnten auch widersprüchlich auftreten, so habe die Durchschnittstemperatur von Jänner bis Juni im oberösterreichischen Zentralraum 7,0 Grad betragen, das sei um 0,3 Gad kälter als im langjährigen Durchschnitt. Der Juni 2010 war hingegen in Oberösterreich mit 17,5 Grad Celsius um knapp ein Grad zu warm, der Juli liege nach den ersten 20 Tagen mit durchschnittlichen 23,4 Grad auf Rekordkurs. Die Sommertemperatur werde überdurchschnittlich ausfallen, der Rekordwert aus dem Jahr 2003 (21,6 Grad) sei aber praktisch nicht mehr zu erreichen.

Betrachte man den Klimatrend, zeige sich, dass die wärmsten zehn Jahre seit 1880 ausnahmslos in den vergangenen 20 Jahren registriert wurden, sechs davon in den vergangenen zehn Jahren. Traunmüller warnte: Dem Weltklimatrend zufolge werde es fast jedes Monat wärmer. "Ein guter Indikator ist der Dachsteingletscher, der zurückgeht", so der Meteorologe. Das durchschnittlich etwa 50 Meter dicke Eis habe innerhalb von drei Jahren 2,20 Meter an Dicke verloren, hätten Messungen der Universität Innsbruck ergeben.

Ungenaue Prognosen
Eiszeiten und Warmzeiten habe es in der Geschichte des Planeten immer schon gegeben, so Anschober weiter, der große Unterschied sei das Tempo, mit dem sich die Temperatur ändere. Das sehe man auch am Beispiel der Hochwassersituation, innerhalb von zwei bis drei Stunden könne die Prognose total drehen, das Wasser bis zu 70 Zentimeter steigen, erläuterte Anschober am Beispiel des Inns in Schärding in Oberösterreich Anfang Juni.

Allein beim Klimaschutz gebe es keine parallele Kurve, was das Tempo beträfe, so Anschober. Ein weltweites Abkommen täte not, in Europa sei das Ziel: keine globale Temperaturerhöhung, die bis Ende des Jahrhunderts über zwei Grad hinausgehe (derzeit vier Grad). Der Schlüssel dazu liege im Umstieg in der Energieerzeugung.

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