26. Jänner 2012 09:51

Missbrauchsverdacht 

Kloster auf 200.000 Euro verklagt

Der Mann soll als Schüler von einem Pater vergewaltigt worden sein.

Kloster auf 200.000 Euro verklagt
© APA/ Stiplovsek

Ein ehemaliger Internatsschüler des Privatgymnasiums des Bregenzer Zisterzienser-Klosters Mehrerau verklagt das Kloster wegen Missbrauchs in den 1960er-Jahren vor einem Zivilgericht auf 200.000 Euro Schmerzengeld und Verdienstentgang, berichten mehrere Medien. Dem heute 57-Jährigen sei erst durch das Bekanntwerden der Missbrauch-Skandale Anfang 2010 bewusstgeworden, was mit ihm geschehen sei, so sein Verfahrenshelfer Sanjay Doshi. Das Kloster stehe moralisch in der Pflicht, keinen Verjährungseinwand zu erheben. Strafrechtlich wurden die Vorwürfe gegen Mehrerauer Patres aus diesem Grund eingestellt.

Das Kloster habe den bereits 1967 wegen Missbrauchs verurteilten Priester nach einer Versetzung wieder in den Schuldienst gestellt, so der Vorwurf. Der Kläger war 14 Jahre alt, als die Übergriffe 1968 begannen. Er sei von einem Pater über drei Jahre hinweg "unzählige Male" in seinem Zimmer vergewaltigt und so seelisch kaputt gemacht worden, schilderte der Mann in seiner Klage. Mit 16 Jahren brach der Kläger die Schule ab. Wäre es nicht zum Missbrauch gekommen, hätte er das Gymnasium fertig gemacht, ein technisches Studium begonnen und in der Folge "ein normales Leben mit Job und Familie" gehabt, begründete der Mann, der laut Klage ein "Vagabundendasein" führt.

2004 erstattete eines der anderen Opfer des Paters Anzeige, beim Verhör soll der Mann ein umfassendes Geständnis abgelegt haben. Bis 2010 soll er im Bereich des Klosters Stams tätig gewesen sein, danach wurde er suspendiert. Der Kläger berichtete Anfang 2010 dem früheren Mehrerauer Abt Kassian Lauterer von den Vorfällen, der ihm zusicherte, dass sich der nunmehrige Abt Anselm van der Linde mit ihm in Verbindung setzen werde. Ein Gespräch sei erst ein Jahr später zustande gekommen. Im Anschluss erhielt der 57-Jährige einen Brief, in dem ihm der Abt aufforderte, sich an die Klasnic-Kommission zu wenden.

Davon wollte der Mann jedoch nichts wissen. "Wer eine Scheibe einschlägt, hat dafür zu sorgen, dass der Schaden wieder gutgemacht wird. Man kann die Verantwortung nicht einfach abschieben", so der 57-Jährige in den "VN". Er sei immer nur vertröstet worden, sodass er sich nun zu der Klage genötigt fühle. Das Kloster Mehrerau äußerte sich bisher nicht dazu, ob man sich auf die Verjährung berufen wird. "Wir haben die Klage erst erhalten. Sie wird nun fristgerecht beantwortet. Mehr kann ich im Moment nicht sagen", so Sprecher Harald Schiffl laut dem Zeitungsbericht.


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3 Postings
Pfui pfui meint am 29.01.2012 13:20:44 ANTWORTEN >
Als Ex, der ebenfalls zu dieser Zeit in der Mehrereau war ist mir völlig klar um welchen Pater es sich hierbei handelt,für mich ganz klar trägt auch die Mehrereau Verantwortung für alles, was damals geschehen ist.Nicht nur,daß das Kloster ihn als Präfekt weitermachen ließ,nein, es wurde ihm sogar gestattet in den Sommerferien 72 allein mit 2 Zöglingen (ca 15 Jahre alt) in einer Alpenvereinshütte in Korsika Ferien zu machen. Der eine, ein heute höchstrangiger Vorarlberger ÖVP Politiker, kam im Herbst nicht mehr wieder in die Schule.
Wer seinen Angestellten solche Möglichkeiten einräumt haftet auch für Schäden!
simmeringer1960 meint am 26.01.2012 17:09:59 ANTWORTEN >
Huch da will einer ein Körberlgeld für sich und seinen Anwalt !!!
So-Is-Es meint am 26.01.2012 16:23:16 ANTWORTEN >
.................und nicht vergessen: Nächstes Monat wieder ganz brav das Geld an diese Sekte überweisen! Ich frage mich nur: WARUM gibt es Leute die diesesen Verein unterstützen? Jeder der gläubig ist müsste doch sofort hier austreten. Liebe Kirche: Der Generationswechsel hat schon längst begonnen - eure Tage sind gezählt!
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