Unter Mordverdacht

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Paulina: Stiefvater erhängt sich in Zelle

Der Hauptverdächtige im Mordfall Paulina, der 48-jährige Stiefvater des Mädchens, hat sich am Montag gegen 7.00 Uhr in seiner Zelle in der Justizanstalt Wels erhängt. Er benutzte dafür die Schnur eines Wäschesacks, teilte die Staatsanwaltschaft im Anschluss an eine Tatortbesichtigung mit. Der 19-jährige Sohn des Mannes, der ebenfalls mordverdächtig und in Untersuchungshaft ist, wurde über den Tod informiert und wird von einem Psychologen und einem Sozialarbeiter betreut, so Anstaltsleiter Josef Mock.

Es habe keine Anzeichen für eine Selbstmordgefahr gegeben, erklärte der Leiter der Staatsanwaltschaft Wels, Franz Haas. Die Obduktion der Leiche wurde angeordnet, ein erstes Ergebnis soll Mittwoch früh vorliegen. Bis alle Analysen fertig sind, könne es einige Wochen dauern, sagte Haas.

Der 48-Jährige und sein Sohn sollen Paulina Anfang Juli bei einer Bushaltestelle in Bad Ischl (Bezirk Gmunden) abgepasst, in ein Auto gezerrt und getötet haben. Dann wurde der Körper des Mädchens in einem vorbereiteten Erdloch in einem Waldstück in der Ortschaft Radau in St. Wolfgang im selben Bezirk verscharrt. Beide Verdächtigen legten ein Tatsachengeständnis ab. Sie gaben zu, die Schülerin getötet zu haben, aber nicht, warum. Immer wieder wurde ein Racheakt an der Mutter, die sich von dem Stiefvater kurz zuvor getrennt hatte, als Motiv ins Spiel gebracht.

Er hatte bei den Einvernahmen angegeben, Stimmen gehört zu haben. Diese hätten ihm befohlen, Paulina Böses anzutun. Ein Gutachten des Gerichtspsychiaters Reinhard Haller über die Zurechnungsfähigkeit des Mannes war in Arbeit. Über den Inhalt dürfe er nichts sagen, so Haller zur APA, aber die Expertise hätte noch im Oktober fertig werden sollen.

Der Sohn des Hauptverdächtigen, Paulinas Stiefbruder, gab laut seinem Anwalt Farid Rifaat zu Protokoll, sein Vater habe ihm das Messer an den Hals gesetzt und ihn so gezwungen, bei dem Mord zu helfen. Ob das Mädchen tot gewesen sei, als sie es im Wald verscharrten, oder lediglich bewusstlos, habe er nicht gewusst, soll der Bursch laut "Bild"-Zeitung ausgesagt haben.

Er hat demnach zugegeben, dass er und sein Vater Paulina an der Bushaltestelle abgepasst hätten. Der 48-Jährige habe das Mädchen aufgefordert einzusteigen, es habe sich aber geweigert. "Papa hat ihr dann mit der Taschenlampe eins drübergezogen." Gemeinsam hätten sie die Schülerin auf die Rückbank befördert. Er sei gefahren, so der Sohn, was hinten im Wagen passiert sei, habe er nicht gesehen, aber "aufgrund der Blutspuren muss sie sich ganz schön gewehrt haben", vermutete er. Dann seien sie zu dem vorbereiteten Erdloch gefahren, hätten die Schülerin ausgezogen und verscharrt.
 

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