Österreich jagt weiter nach Heim

Trotz Todesmeldungen

 

Österreich jagt weiter nach Heim

Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) hat in Abstimmung mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Linz weitere Maßnahmen in der Fahndung gesetzt, wie Innenministeriums-Sprecher Rudolf Gollia mitteilte.

Es bestehe Kontakt zur deutschen Polizei in Baden-Württemberg. Außerdem sei über Interpol Kontakt mit den ägyptischen Sicherheitsbehörden aufgenommen worden. Über die ägyptischen Sicherheitsbehörden hoffen die Fahnder zu zweckdienlichen Hinweisen aus Kairo zu kommen, ob Heim dort, wie es in Medienberichten hieß, gelebt habe und tatsächlich schon 1992 verstorben sei.

Unterstützung bei Fahndung
Die zuständigen Fahnder des BVT werden vom Bundeskriminalamt unterstützt. Die Fahndungsseite nach Heim auf der Website des Innenministeriums bleibe solange bestehen, bis die österreichische Justiz einen möglichen Tod Heims bestätige.

Auf der Homepage wird Heim mit einer Internet-Fahndung seit September 2006 gesucht - per Foto und Personenbeschreibung, wegen Verdachts des Mordes "im Jahre 1941 im Zuge seiner Tätigkeit als SS-Offizier und Lagerarzt des früheren Konzentrationslagers Mauthausen" an "zahlreichen Häftlinge durch Herzinjektionen".

Kopfgeld von 50.000 Euro
Sachdienliche Hinweise werden an das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung oder jede andere Polizeidienststelle erbeten. Das Justizministerium weist auf eine Belohnung von 50.000 Euro für Hinweise, die zur "Ergreifung von Dr. Aribert Heim führen" hin. Wie aus dem Justizministerium verlautete, sei das Geld für die Ergreifung und Auslieferung der verdächtigen Person vorgesehen - also Vorgänge, die nur an einer lebenden, gesuchten Person umgesetzt werden könnten, und die Belohnung verfalle somit, wenn die gesuchte Person nicht mehr lebe.

Zweifel an Heims Tod
Die angeblichen Beweise für den Tod des meistgesuchten NS-Verbrechers Aribert Heim sind vor allem bei Fahndern und Nazi-Jägern auf große Skepsis gestoßen. Es sei zweifelhaft, ob „Dr. Tod“ vor mehr als 16 Jahren in Ägypten gestorben sei, sagte der Leiter des Simon-Wiesenthal-Zentrums, Ephraim Zuroff. „Wir haben kein Grab, wir haben keine Leiche, wir haben keine DNA.“

Nazi-Jäger Zuroff und die weltweit größte Fahndungsstelle für NS-Verbrechen in Ludwigsburg forderten eine detaillierte Untersuchung.

Joachim Riedel, stellvertretender Leiter der Fahndungsstelle, äußerte sich ebenfalls skeptisch zu den Berichten von ZDF und „New York Times“: „Ich glaube es erst, wenn die Leiche identifiziert werden konnte.“ Er hält es für denkbar, dass in diesem Fall mutwillig „falsche Spuren“ gelegt worden sein könnten.

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