Patienten fordern Ende des Impfchaos

Ansturm auf Zentren

© Lisi Niesner/TZ ÖSTERREICH

Patienten fordern Ende des Impfchaos

Auch Tag zwei der Impf-Aktion gegen die Schweinegrippe zeigte: Der Ansturm ist riesig, die eingerichteten 133 „Impfzentren“ des Landes sind teils heillos überfüllt.

Beispiel Wien
Allein hier sind schon laut Gesundheitsministerium 10.800 erkrankt. ÖSTERREICH-Sportreporter Rolf Heßbrügge (beruflich viel unterwegs und deshalb Risikogruppe) wollte sich am Dienstagvormittag in der Elternberatungsstelle in der Anton-Bosch-Gasse in Wien impfen lassen. „Um 11 Uhr wurden die Leute aber schon wieder weggeschickt", berichtet er.

Auch in Oberösterreich kam es in den Impfzentren zu lange Wartezeiten. Die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse hat inzwischen reagiert und die Impfzeiten verlängert.

Keine Zeit für Beratung
Auch im Gesundheitszentrum Wien Mariahilf standen die Menschen wieder Schlange. Im Akkord impfte Dr. Alfred Altenriederer seine Patienten. „Für die Beratungsgespräche bleibt da nicht sehr viel Zeit“, sagt der Mediziner.

Viele Menschen in den Warteschlangen wären lieber zum Hausarzt gegangen. „Die Impfung beim Hausarzt oder in der Firma wäre viel unkomplizierter“, meint der Angestellte Mathias Plös (33).

Impfungen bei Hausarzt oder Firma
In allen Bundesländern außer Tirol und Vorarlberg wurde die Impfung durch Hausärzte abgelehnt. Das Argument: Der Impfstoff hält nicht lange, könnte bei wenigen Patienten schlecht werden. Die Lösung im Westen: ein Termin für mehrere Patienten. Das funktioniert einwandfrei.

Viele Impfwillige fordern deshalb:

  • Die Impfung soll auch beim ganz gewöhnlichen Hausarzt möglich sein.
  • In Betrieben sollte (wie bei der normalen Influenza auch) ebenfalls bald geimpft werden.

Immunisierung für große Betriebe ab jetzt
Langsam kommt Bewegung in die Sache: Ärztekammer-Präsident Walter Dorner zu ÖSTERREICH: „Größere Betriebe können sich in Wien ab jetzt impfen lassen. Die Ärztekammer selbst hat am Freitag einen Termin.“

In der Frage um Impfungen durch Hausärzte gibt es derzeit hektische Telefonate und viel Verwirrung. Laut Dorner laufen derzeit intensive Gespräche darüber. „Das wäre wichtig. In den Zentren geht es ja ziemlich zu.“ Die Landessanitätsdirektion Burgenland bestätigt: „Ja, es gibt diese Überlegungen. Wir warten noch, ob der Ansturm in den Impfzentren weiter anhält.“

Das Ministerium änderte Dienstag die Behandlungsstrategie. Die Meldepflicht wird gelockert (nur mehr schwere Fälle), nicht mehr alle Verdachtsfälle werden im Labor getestet. Und: Das Grippe-Gegenmittel Tamiflu ist nicht mehr chefarztpflichtig, gibt es also gegen Rezept in Apotheken.

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