03. Februar 2010 10:10
Ein neuerlicher Wintereinbruch mit heftigen Schneefällen verbunden mit Regen
hat am Mittwoch in der Früh in Oberösterreich für ein Verkehrschaos gesorgt.
Es mussten sogar Straßen gesperrt werden. Die Folge der winterlichen
Fahrverhältnisse waren ausgedehnte Staus. Auch der öffentliche Verkehr war
erheblich beeinträchtigt. Tausende Oberösterreicher kamen zu spät in die
Arbeit oder in die Schule.
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detailgenaue Wetter-Prognose
Der Schnee kam in den Morgenstunden
Gegen 6.00 tanzten in Linz
viele und dicke Flocken vom Himmel. Innerhalb kurzer Zeit lag auf den
Straßen und Gehwegen eine gut 15 Zentimeter dicke Schneedecke. In einigen
Landesteilen ging der Schneefall in Regen über. Die Räumdienste hatten
Hochbetrieb, konnten aber nicht verhindern, dass die Autos die sogenannte
weiße Pracht zu Schneefahrbahnen und sogar zu Eisschichten verdichteten. Auf
den meisten Straßen des Landes einschließlich der Passstrecken herrschten
winterliche Fahrbahnverhältnisse.
Lkw lösten Chaos aus
Auf der Mühlviertlerstraße (B310)
blieben Lkw hängen, der Abschnitt wurde daraufhin vorübergehend für
Schwerfahrzeuge gesperrt. Für etliche andere Straßen wurde Kettenpflicht für
Lkw über 7,5 Tonnen, für andere sogar Kettenpflicht für alle Fahrzeuge
ausgenommen Allradfahrzeuge verordnet. Die Lamprechtshausener Straße (B156)
zwischen Braunau am Inn und Lamprechtshausen musste wegen Eisglätte für den
gesamten Verkehr gesperrt werden.
Auf den Stadteinfahrten von Linz, Wels und Steyr kam es zu ausgedehnten
Staus. Auf auch nur geringen Steigungen blieben Lkw hängen und sorgten damit
für eine Verschärfung der Situation. Auch Linienbusse waren davon betroffen,
zum Teil kamen sie beim Verlassen der Haltestellen ins Rutschen und konnten
nicht mehr weiter. Einzelne Linien fielen aus. Die Bahn auf den Pöstlingberg
verkehrte nur eingeschränkt. Auf den glatten Fahrbahnen kam es wieder zu
Ausrutschern. Meldungen über folgenschwere Unfälle lagen aber vorerst nicht
vor.
Lawinengefahr steigt
Die Lawinenexperten des Landes
Oberösterreich haben davor gewarnt, dass die Lawinengefahr gestiegen sei.
Sie ist schon bisher als "erheblich" eingestuft gewesen, werde sich aber
aufgrund des intensiven Schneefalls und stürmischen Windes auf "groß"
erhöhen, machten sie aufmerksam.
Die Verhältnisse - Neuschnee, stürmischer Wind, zunehmend mildere
Temperaturen - seien ungünstig und es sei viel Erfahrung bei der Beurteilung
der jeweiligen Lage erforderlich. Abseits von gesicherten Pisten sollte auf
frische umfangreiche störanfällige Triebschneeablagerungen in allen
Expositionen geachtet werden. Eine Auslösung von Schneebrettlawinen sei
bereits bei geringer Zusatzbelastung wahrscheinlich. Auch die Gefahr für
Selbstauslösungen von kleineren bis mittleren Lawinen, in den tiefen Lagen
von Nassschneelawinen durch Regen, steige an.
Warnung vor Lawinen auch in der Steiermark
In Teilen der
Obersteiermark hat der Lawinenwarndienst Steiermark am Mittwoch die
Gefahrenstufe auf vier erhöht. Neuschnee und Sturmböen in den Nordalpen
seien der Grund für die Warnung vor großer Lawinengefahr. Auch in den
Niederen Tauern besteht mit Stufe drei auf der fünfteiligen Skala noch immer
erhebliche Gefahr. An vielen Steilhängen könnte schon geringe
Zusatzbelastung eine Lawine auslösen, so die Experten.
Speziell im Toten Gebirge an den Grenze zu Oberösterreich steige die
Wahrscheinlichkeit von spontanen kleinen bis mittleren Lawinen an. In den
südlichen Gebirgszügen der Steiermark wie etwa in den Bezirken Bruck/Mur,
Leoben, Murau und Voitsberg war die Lawinengefahr am Mittwoch gering, in den
höheren Lagen mäßig.