Wien will Wasserrohrnetz genauer überwachen

Nach Rohrbrüchen

Wien will Wasserrohrnetz genauer überwachen

Nachdem es in Wien immer wieder zu Wasserrohrbrüchen gekommen ist - zuletzt vergangene Woche in Döbling - will die Stadt das Rohrnetz ganz genau im Auge behalten: Mittels eines Sechs-Säulen-Programms sollen der Zustand der Leitungen überwacht und mögliche Risikofaktoren abgeschätzt werden, erklärte Umweltstadträtin Ulli Sima (S) am Montag in einer Pressekonferenz. Trotz dieser Maßnahme könne eines nicht ausgeschlossen werden: "Es wird auch in Zukunft so sein, dass es Rohrbrüche gibt", so die Ressortchefin. Grund dafür sei die starke Belastung durch den Schwerverkehr.

6 Säulen
  Das Sechs-Säulen-Programm basiert auf EDV-gestützten Überwachungssystemen: "Es ist gelungen, das gesamt Rohrnetz in ein Computerprogramm aufzunehmen", erklärte Sima. Das Netzinformationssystem (NIS) verwalte exakte Pläne mit Lage, Durchmesser, Material, Druckzone, Baujahr und dem technischen Zustand der verlegten Rohre. Zusätzlich seien auch wichtige Parameter in das System eingegeben worden, denn: Der Zustand und die Nutzungsdauer des Rohres hänge nicht nur vom Material selbst ab, sondern auch von unterschiedlichsten Einflüssen wie etwa der Verkehrsbelastung, erklärte Sima.

Investitionsentscheidungen

   "Diese Daten sind die Grundlage für künftige Investitionsentscheidungen", betonte die Ressortchefin. Immerhin werden jährlich rund 30 Millionen Euro in den Neubau, laufende, planmäßige Erneuerungen und in Reparaturen des 3.000 Kilometer langen Rohrnetzes gesteckt.

   Kernstück des Sechs-Säulen-Programms ist das "Pipe Rehabilitation Management" (PiRem): Dabei handelt es sich um ein EDV-Tool, das anhand mathematischer Modelle Einflüsse an Rohren - etwa durch Alterung - sichtbar mache. Damit können drohende Defekte rechtzeitig erkannt werden.

 Früherkennung
  Ebenfalls im Programm enthalten ist die  "Früherkennung durch laufende Überwachung". Durch "Lauschangriffe" auf die Rohre sollen Lecks frühzeitig geortet werden: "Wie ein Arzt Patienten abhört, so hören wir hinein in das Rohrnetz", führte Wolfgang Zerobin, Chef der Wiener Wasserwerke, aus.

   Sind Bauarbeiten in Planung, sollen künftig durch den Informationsaustausch mit anderen Bauträgern wie etwa der Wien-Energie oder dem Wien-Kanal Synergieeffekte genutzt werden. Damit könne Geld gespart und die Baustellenzeit verkürzt werden. Überdies soll die Verwendung des grabungsarmen, umweltschonenden Bauverfahrens, der "No Dig"-Methode, forciert werden.

   Wichtig sei überdies eine "Prioritätenreihung nach Hauptverkehrsstraßen": "Hauptverkehrsstraßen bedürfen einer noch genaueren Planung", erklärte Zerobin die Herausforderung. Es sei wissenschaftlich belegt, dass Erschütterungen durch den Verkehr ein häufiger Auslöser für frühzeitige Rohrschäden seien.

   Ab Mittwoch wird die laut Sima "wichtigste Wasserstraße" Wiens saniert: In der Triester Straße wird zwischen dem Wienerberg und der Davidgasse auf 750 Metern Länge das Wasserrohr ausgetauscht. Dieses versorgt immerhin 150.000 Stadtbewohner mit Trinkwasser. Ebenfalls ausgetauscht wird das Versorgungsrohr, das die umliegenden Gebäude beliefert. Während der Bauarbeiten, die bis 30. Juni dauern sollen, wird auf der Triester Straße jeweils eine Spur pro Fahrtrichtung gesperrt werden. Weitere Rohrarbeiten sind unter anderem auch in der Neubaugasse in siebenten Bezirk und in der Hietzinger Hauptstraße im 13. Bezirk geplant

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