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Ein Land sucht einen Feuerteufel Ein Land sucht einen Feuerteufel

Nicht zu fassen

© Karl Steinbacher

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Ein Land sucht einen Feuerteufel

Seit 29. Juli ist die kleine 2.200-Seelen-Gemeinde Zeiselmauer bei Tulln im Ausnahmezustand. Die 40 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr sind mit den Nerven am Ende. Ein skrupelloser Feuerteufel treibt in dem Ort sein Unwesen. Sieben Mal hat er schon zugeschlagen.

Seinen letzten Coup vollbrachte er in der Nacht auf Sonntag. Das nagelneue Vereinshaus des Schäferhunde-Klubs von Zeiselmauer wurde ein Opfer der Flammen. Der Einsatz war für die Feuerwehr besonders gefährlich, denn in dem Gebäude waren zwei 25-Kilo-Gasflaschen, die jederzeit explodieren konnten. Robert Fleischmann, Kommandant der Zeiselmaurer Florianis berichtet: „Jeder von uns geht seit Wochen mit einer gehörigen Portion Ungewissheit schlafen.“ Die Florianis leiden unter den Anschuldigungen, die jetzt geäußert werden: „Es ist schon öfter vorgekommen, dass ein irrer Brandstifter bei der Feuerwehr war.“

Sieben Anschläge
Alles begann mit einem brennenden Holzstoß am 29. Juli, der nächste ging am 30. Juli in Flammen auf. Es folgte ein Stadel mitten im Ortsgebiet (31. Juli) und ein Auto (1. August). Nach diesem Vorfall bildete der Wagenbesitzer mit zehn weiteren besorgten Einwohnern eine Bürgerwehr, die fortan patrouillierte und der Polizei die Arbeit nicht leichter machte, wie es aus Ermittlerkreisen heißt.

Heiße Spur
Und schon am nächsten Tag brannte es trotz Bürgerwehr erneut: Am 2. August wich der Zündler auf die Nachbargemeinde St. ­Andrä/Wördern aus. Aber die Kriminalisten waren sicher: „Das war der Feuerteufel von Zeiselmauer!“ Am 7. August brannte eine Gartenhütte. Tags darauf glaubten die Ermittler des Landeskriminalamtes den entscheidenden Hinweis zu haben. Der Zündler benutzt ausschließlich Streichhölzer. Und die hat er vermutlich in einer Trafik in St. Andrä gekauft. Der Trafikant konnte sich noch an den Mann erinnern. Bis 31. August herrschte drei Wochen Ruhe.

Provokation. „Der Täter hatte Angst. Die Polizei war ganz nah dran“, glaubt der Ortschef von Zeiselmauer, Josef Wagner. Mehrfach kündigte der Chefermittler an: „Jetzt haben wir ihn gleich.“ Ein Verdächtiger wurde festgenommen und verhört, doch ihm konnte nichts nachgewiesen werden. In der Nacht auf Sonntag erfolgte der Rückschlag des Feuerteufels. Die ultimative Provokation. Er fackelte das nächste Gebäude ab und ist noch immer auf freiem Fuß. (kiu)

Foto: (c) Karl Steinbacher

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