Streit um Befragung der Liebes-Agentin

Tierschützer-Prozess

 

Streit um Befragung der Liebes-Agentin

Noch bevor die Befragung der verdeckten Ermittlerin "Danielle Durand" begonnen hat, kam es zwischen Verteidigern und Richterin zu heftigen Auseinandersetzungen, einige Beschuldigte verließen aus Protest den Saal. Arleth hatte nämlich angekündigt, dass die Zeugin auf Antrag eines ihrer Vorgesetzten kontradiktorisch - also in einem getrennten Raum; im Gerichtssaal wird eine Videoaufzeichnung gezeigt - einvernommen werden sollte. Weder Anwälte noch Beschuldigte zeigten dafür Verständnis, die Richterin blieb aber unbeeindruckt. Die Situation eskalierte daraufhin, Zuseher protestierten und wurden gegen ihren Willen aus dem Saal getragen. Die Verhandlung wurde vertagt.

Verdeckte Ermittlerin "ernsthaft gefährdet"

Arleth begründete die kontradiktorische Einvernahme damit, dass für die VE bei einer Befragung im Saal möglicherweise eine ernsthafte Gefährdung ihrer Gesundheit bestehe. Als Argumente dafür würden sämtliche Anschläge im Strafantrag sprechen, sagte sie. Außerdem sei die Gefahr gegeben, dass Angeklagte oder Zuseher die Zeugin nach der Verhandlung stalken könnten. Weil aber nachvollziehbar großes öffentliches Interesse an der Aussage der Agentin bestehe, werde die Öffentlichkeit nicht ausgeschlossen. Es sei aber "der Wahrheitsfindung dienlicher", wenn die Befragung nicht im Saal geschehe.

Entlastungszeugin
Angeklagte und Verteidiger sprachen sich vehement dagegen aus. "Es kann nicht sein, dass das mit unserer Gefährlichkeit begründet wird, die die Zeugin nur widerlegen kann, wenn wir sie direkt befragen können", meinte der Zweitbeschuldigte. Auch Verteidiger Stefan Traxler stieß in dasselbe Horn: Vorwürfe aus der Anklage könnten nicht begründend herangezogen werden, sondern müssten erst bewiesen werden. Auch die übrigen Anwälte stimmten dem zu. Die VE habe sich monatelang ohne Angst zwischen den Angeklagten bewegt und sei außerdem eine Entlastungszeugin. Eine kontradiktorische Einvernahme würde die Beamtin mit einem Missbrauchsopfer gleichsetzen.

"Diffamierende Berichterstattung"
Die Richterin beharrte allerdings auf ihrer Entscheidung und zitierte aus der Strafprozessordnung. Die Zeugin sei durch die "in Richtung eine Polizeiagentin diffamierende Berichterstattung" großem Druck ausgesetzt, sagte sie und begab sich in den Nebenraum, wo bereits eine Frau - offenbar mit Perücke - auf der Videoleinwand zu sehen war. Beschuldigte äußerten Zweifel, dass es sich bei dieser tatsächlich um "Danielle Durand" handle.

Angeklagte verlassen Saal
Drei Angeklagte verließen daraufhin wütend den Saal, Zuseher begannen zu protestieren. Arleth schloss sie aus der Verhandlung aus, weil sie sich jedoch weigerten zu gehen, wurden sie gegen ihren Willen hinausgetragen. Daraufhin brachen tumultähnliche Zustände aus: Kameras waren im Saal, Angeklagte skandierten "Keine Gewalt" und filmten die Szenen. Aufgrund der aufgeheizten Stimmung wurde die Verhandlung abgebrochen. Die Aussage der Zeugin soll dann morgen, Donnerstag, stattfinden.
 

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