Nach Attacke auf Bauer: Rätsel um Bär

Salzburg

Nach Attacke auf Bauer: Rätsel um Bär

Nach dem Angriff eines Braunbären auf einer Alm am Schwarzenberg bei Thomatal im Lungau am Dienstag, bei dem ein Landwirt verletzt worden ist, führt Bärenanwalt Georg Rauer am Freitag am Ort des Geschehens einen Lokalaugenschein durch. Die Bezirkshauptmannschaft wird indes ein Bären-Informations-Telefon für die Bevölkerung einrichten.

Landwirt überlebte, weil er sich tot stellte
Der Landwirt hatte bemerkt, dass bei seinen Tieren auf der Alm Unruhe herrscht. Als er nachschauen wollte, stand plötzlich der offenbar ausgewachsene Bär vor ihm. Der Mann ging daraufhin mit langsamen Schritten rückwärts, stolperte dabei aber, fiel hin und verletzte sich leicht.

Daraufhin setzte sich der Lungauer wieder auf, und in diesem Augenblick verpasste ihm das Wildtier mit der Pranke einen leichten Hieb auf die Wange. Der Bauer ging erneut zu Boden und war danach leicht benommen. In der Folge blieb er bewegungslos liegen, bis der Bär das Interesse an ihm verlor und das Weite suchte. Der Landwirt hat den Zwischenfall leicht verletzt überlebt, eine Behandlung in einem Krankenhaus war nicht notwendig.

Bärenanwalt sucht Spuren
Bärenanwalt Rauer wird sich am Freitag an Ort und Stelle ein Bild machen, nach allfälligen Spuren Ausschau halten und mit dem Landwirt sprechen. Dass sich derzeit ein Bär im Lungau aufhält, war bisher gar nicht bekannt. Auch um welchen Bären es sich handelt, steht zurzeit noch nicht fest.

Rendezvous mit einem Bären - so verhalten Sie sich richtig
Bären sind scheu und gehen Menschen normalerweise früh aus dem Weg. Kommt es trotzdem zu einer Begegnung, geben WWF und Österreichische Bundesforste den zentralen Tipp: "Bleiben Sie ruhig."

"Hat der Bär Ihre Anwesenheit noch nicht bemerkt, dann verlassen Sie den Ort leise und vorsichtig. Sollte Sie der Bär entdeckt haben, geben Sie sich vorsichtig zu erkennen, indem Sie zum Beispiel etwas lauter reden", heißt es in einer Bröschüre.

Menschen sollten sich nicht ängstlich verhalten, aber alles vermeiden, was der Bär als Bedrohung empfinden könnte – etwa das Werfen mit Steinen oder Stöcken oder das Verscheuchen des Tieres mit drohenden Gesten oder unkontrollierten Bewegungen. "Ziehen Sie sich langsam zurück, aber laufen Sie nicht weg!"

Wenn sich ein Bär aufrichtet, ist das übrigens keine Drohgebärde. "Ein Bär richtet sich auf, um sich einen besseren Überblick zu verschaffen, indem er seine Nase in den Wind hält." Sollte ein Bär näher kommen oder sogar angreifen, sollten sich Menschen auf dem Bauch auf den Boden legen und die Hände in den Nacken geben. "Der Bär erkennt so, dass Sie keine Gefahr für ihn sind. Stellen Sie sich tot und wehren Sie sich nicht. Warten Sie, bis der Bär wieder weit genug weg ist."

baer_Grafik.jpg © APA




 

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