AT&S streicht 300 Jobs

Neue Kündigungswelle

 

AT&S streicht 300 Jobs

Erst im November rollte bei AT&S in Leoben die letzte Kündigungswelle:
452 Mitarbeiter – ein Drittel der Leobener Belegschaft – wurden abgebaut. Gestern der nächste Schock: Weitere 300 der 890 Beschäftigten werden gekündigt, weil das Volumsgeschäft nach China verlagert wird. Auch Kündigungen am Standort im oststeirischen Fehring schließt AT&S nicht aus.

Preisdruck
Die Wirtschaftskrise habe zu einem „gestiegenen Preisdruck“ geführt, mit dem asiatischen Markt könne man nicht mehr konkurrieren, so das Unternehmen. Bis September soll der Personalabbau abgeschlossen sein, für die Betroffenen soll es einen Sozialplan geben. Das Leobener Werk soll nur noch für den europäischen Markt produzieren, die Kapazitäten werden allerdings drastisch reduziert.

Fördergelder prüfen
Während Leobens Bürgermeister Matthias Konrad (SP) die Kündigungen als „schlimme Nachricht“ bezeichnet, kündigt Soziallandesrat Kurt Flecker (SP) an, die bestehende Arbeitsstiftung für gekündigten AT&S-Mitarbeiter auszubauen. Der Zeitpunkt der Werksverlagerung sorgt für Kritik: Denn eben erst ist der Vertrag mit dem Land über Förderungen ausgelaufen. Das Land müsse die geflossenen Fördergelder überprüfen, fordert AK-Präsident Walter Rotschädl. AT&S weist die Vorwürfe zurück: In den letzten zehn Jahren habe man 13 Mio. Euro an Förderungen erhalten, dieselbe Summe sei an Abgaben zurückgeflossen.

ÖVP und BZÖ schießen sich auf AT&S-Aufsichtsratsboss Hannes Androsch ein. Dass dieser „das Ausradieren von 300 Arbeitsplätzen als Standortoptimierung verkauft, schlägt dem Fass den Boden aus“, so VP-Geschäftsführer Bernhard Rinner. „Androsch soll sich schämen“, meint BZÖ-Chef Gerald Grosz. VP-Finanzlandesrat Christian Buchmann erwartet sich, „dass endlich ein Zukunftskonzept für die steirischen Standorte erarbeitet wird“.

Wo sind die Gewinne?
KP-Landtagsabgeordneter Werner Murgg will eine „Offenlegung des Verbleibs der Millionengewinne“ von AT&S. Es sei „ungeheuerlich, dass aktuell eine Dividende von 18 Cent pro Aktie gezahlt wird, die Belegschaft aber gleichzeitig um Hunderte Beschäftigte geschrumpft wird“.

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