In jedem Lokal gab es Verstöße gegen Rauchergesetz

Aktion scharf

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In jedem Lokal gab es Verstöße gegen Rauchergesetz

Der Kampf zwischen Behörden und Rauchern geht in die nächste Runde. Jetzt schreiten auch die Grazer Behörden ein: Für alle, die sich nicht an das neue Tabakgesetz halten wollen, hagelt es die ersten Strafen.

In Graz läuft seit Freitag, 17 Uhr, eine Aktion scharf: Zwei Teams, bestehend aus jeweils zwei anonymen Kontrolleuren, durchkämmen die Stadt nach Qualmern in Lokalen. Jeder Wirt, der gegen das Gesetz verstößt, muss 300 Euro Strafe bezahlen.

100 Prozent Trefferquote
Zehn Lokale kontrollierten die Rauch-Sheriffs etwa am Freitag. Fazit: Zehnmal werden Anzeigen ausgestellt. Die Kontrollen wurden nur in Lokalen durchgeführt, von denen die Behörden im Vorhinein wussten, dass dort gegen das Gesetz verstoßen wird.

Der Auslöser für diese Aktion scharf waren die vielen Meldungen von Nichtrauchern, die sich durch den Rauch belästigt fühlten: Allein in Graz gab es seit 1. Jänner 70 Anzeigen gegen Lokalbesitzer, die das Rauchen erlaubten.

Trotz dieser Anzeigenflut wurden die Kontrolleure erst nach zwei Auslösern wirklich tätig: Einerseits ein ÖSTERREICH-Bericht, der aufzeigte, dass sich keine Amtsstelle wirklich für Kontrollen zuständig fühlte.

Protest-Rauchen
Der zweite Vorfall war ein Aufruf zum Protest-Rauchen. Initiiert hat das die Grazer Wirtin Manuela Deimbacher: „Ich werde am 6. Februar meinen Gästen zu jedem Getränk eine Gratiszigarette spendieren. Ich will damit gegen dieses missglückte Rauchergesetz protestieren“, so Wirtin Deimbacher zu ÖSTERREICH.

Das war den Behörden zu viel. Sie schritten ein. Vom Magistrat war zu erfahren, dass auch Deimbachers Lokal in den nächsten Tagen kontrolliert werden soll. Doch: „Zu mir können sie ruhig kommen. Ich habe den Umbauauftrag ordnungsgemäß eingereicht. Da werden die Sheriffs nichts finden.“

Sieben Anzeigen in Niederösterreich
In St. Pölten laufen die Kontrollen schon seit mehreren Tagen. Insgesamt wurden beim Magistrat 19 Fälle angezeigt – sieben Wirte wurden bereits bestraft. Das Skurrile: Alle Wirte sind im gleichen Gebäude untergebracht: Im Einkaufstempel Traisenpark.

Wirt Günes Koc vom Restaurant Marmara ist einer der Bestraften und dementsprechend sauer: „Ich hatte 80 Prozent Raucher als Gäste. Jetzt verbiete ich das Rauchen, sogar meine Stammgäste gehen mittlerweile in die anderen Lokale, in denen geraucht werden darf. Ich habe 50 Prozent Umsatzeinbußen.“

Der Traisenpark ist ein öffentliches Gebäude, dort gilt generelles Rauchverbot. Die Restaurants sind aber nicht baulich vom Rest des Zentrums getrennt – sie können also auch keinen Nichtraucherbereich einrichten. Da viele Gäste wegen des Rauchverbots ausgeblieben sind, erlauben einige Wirte jetzt das Rauchen wieder. Die Gäste sind zurückgekommen: „Ich werde weiter rauchen und nur dorthin gehen, wo ich rauchen darf“, sagt etwa Gerlinde Hinterhofer, die sich zu ihrem Verlängerten eine Zigarette anzündet.

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