Sonderthema:
Mann erleichterte Freundin um ihren Schmuck

Verurteilt

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Mann erleichterte Freundin um ihren Schmuck

Weil er seiner Bekannten Geld herausgelockt und ihren Schmuck gestohlen haben soll, stand ein 43-jähriger Niederösterreicher am Montag in Graz vor Gericht. Er beteuerte, die Frau habe ihm alles freiwillig gegeben, und außerdem kenne sie ihn schon 14 Jahre. Das Paar blieb einander auch vor Gericht nichts schuldig und stritt heftig herum. Letztendlich blieb nur der Diebstahl übrig, und der Angeklagte wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt.

Kennen sich seit 14 Jahren
Seit 14 Jahren kennen der Beschuldigte und die 57-jährige Frau einander. Er hat von ihr bereits einmal 29.000 Euro erhalten und nur einen Bruchteil zurückbezahlt. Diesmal sollen es 70.000 Euro gewesen sein, die er erhalten hat. "Sie hat mir angeboten, damit ein Geschäft zu eröffnen", erklärte er. Auf Nachfrage der Richterin, wie denn nun das Verhältnis zueinander sei, antwortete der Angeklagte sichtlich gereizt: "Heute Nacht habe ich wieder bei ihr geschlafen, wenn Sie's genau wissen wollen." Darauf meinte die Vorsitzende: "Ihr Privatleben interessiert mich nicht, es geht darum, dass sie Sie beschuldigt und Sie alles abstreiten".

Märchenstunde
Der Angeklagte tischte mehrere Varianten der Geschäftsbeziehung zu seiner Bekannten auf, bis es der Richterin zu bunt wurde: "Wir haben hier keine Märchenstunde, unsere Zeit ist kostbar". Aber auch die Zeugin konnte keine Beweise, sondern nur Anschuldigungen vorbringen. Das Sparbuch, aus dem die Abhebungen für den Galan ersichtlich gewesen wäre, hatte sie vorsorglich zu Hause gelassen. "Warum hätte ich das mitbringen sollen?", fragte sie. "Weil es darum geht, ob und wie viel sie abgehoben und hergeborgt haben", so die Richterin.

Leugnete Diebstahl
Auch die Sache mit dem Schmuck - immerhin im Wert von 15.000 Euro - leugnete der 43-Jährige. "Den hat sie mir gegeben, damit ich meinen Lebensunterhalt bestreite", erklärte er, was von seiner Freundin heftig in Abrede gestellt wurde. "Jeder erzählt mir irgendein G'schichtl und ich soll die Wahrheit herausfinden", zeigte sich die Richterin ungehalten.

18 Monate unbedingt
"Er hat ja ein recht adrettes Auftreten, mit Burberry-Schal und so, es ist verständlich, wenn er auf die Damen wirkt und ein Opfer findet", so Staatsanwalt Alexander Birringer. Trotzdem glaubte das Gericht dem Mann, dass das Geld freiwillig geflossen war. "Sie hat seine Vorstrafen gekannt und gewusst, dass er nichts zurückzahlt, also kann von Herauslocken keine Rede sein", hieß es in der Urteilsbegründung. Der Niederösterreicher wurde nur wegen schweren Diebstahls zu einer unbedingten Haft von 18 Monaten verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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