11 und 9 Jahre Haft für Bankräuber

Landesgericht Innsbruck

11 und 9 Jahre Haft für Bankräuber

Wegen schweren Raubes sind am Montag zwei gebürtige Argentinier, die 2009 und 2010 jeweils einen bewaffneten Banküberfall in Tirol verübt haben sollen, von einem Schöffensenat am Landesgericht Innsbruck zu unbedingten Haftstrafen verurteilt worden. Der 33-jährige Erstangeklagte bekam elf Jahre, der 29-jährige Zweitangeklagte neun Jahre Haft. Zudem müssen die Argentinier den Schaden in der Höhe von 249.000 Euro wiedergutmachen. Die Urteile waren vorerst nicht rechtskräftig.

Der Erstangeklagte wurde zudem der schweren Nötigung und fortgesetzten Gewaltausübung gegen seine Lebensgefährtin, die die mutmaßlichen Bankräuber bei der Polizei angezeigt hatte, für schuldig befunden. Außerdem wurde er wegen versuchter Begünstigung seines Mitangeklagten verurteilt. Er hatte beim ersten Verhandlungstermin Ende Juli den Mitangeklagten noch entlastet. "Er war bei keinem der Überfälle dabei", meinte der bereits mehrmals wegen Raubüberfällen vorbestrafte Mann damals. Doch der 29-Jährige bekannte sich am Montag gegenüber Richter Thomas Dampf entgegen seiner bisherigen Verantwortung schuldig und legte ein Geständnis ab. Außerdem habe ein von der Verteidigung des Zweitangeklagten beantragtes kriminaltechnisches Gutachten eine mögliche Täterschaft des Mannes untermauert, erklärte Dampf.

Der Richter stufte in seiner Urteilsbegründung die Geständnisse der Argentinier als für die Strafbemessung mildernd ein. Als Höchststrafe hatten ihnen ursprünglich 15 Jahre Haft gedroht. Die positive Wirkung des Geständnisses des Erstangeklagten sei jedoch durch seine offensichtlich falsche Aussage zur Täterschaft des Mitangeklagten vermindert worden, sagte Dampf. "Es war ein Versuch ihn zu begünstigen", meinte der Richter. Der 33-Jährige hatte zuvor die Angst vor einer möglichen Racheaktion seines Kollegen als Grund für seine Falschaussage genannt.

Laut den Beschuldigten soll eine derzeit flüchtige Mexikanerin bei einem Überfall beteiligt gewesen sein. Insgesamt habe man bei beiden Überfällen rund 250.000 Euro erbeutet, die man anteilsmäßig geteilt habe. Die dabei verwendeten Gaspistolen beziehungsweise Revolver seien nicht geladen gewesen, sagte der Erstangeklagte im Prozess.

Die beiden Argentinier sowie die flüchtige Mexikanerin haben die Überfälle auf die Tiroler Banken am 25. Mai 2009 und 25. Februar 2010 offenbar gemeinsam geplant und letztlich jeweils zu zweit verübt. Mitte März 2011 wurden die Männer in Tirol festgenommen.
 

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