Abschied von einer Legende

Sailer-Beerdigung

© AP/EPA

Abschied von einer Legende

Wenn Kitzbühel und die ganze Welt dem unvergesslichen „Toni“ gedenken, ist die Stadt nicht nur im emotionalen Ausnahmezustand. Alle Hauptstraßen sind gesperrt, Züge fahren bis zur Hahnenkamm-Station. Die Trauerfeierlichkeit beginnt im Zielgelände der Streif offiziell um 11 Uhr. Schon eine Stunde vorher ist aber mit starkem Andrang zu rechnen – 3.000 Trauergäste aus der ganzen Welt, darunter 1.000 Ehrengäste, werden erwartet. Es war der innige Wunsch der Familie rund um Gattin Hedwig, Bruder Rudi und Sohn Florian, dass so viele Menschen wie nur möglich beim Gottesdienst dabei sein können.

Heute in ORF 2

- 10.15 Uhr: Die Dokumentation mit dem Titel „Toni Sailer – eine Legende“ wird gezeigt.

- 11 Uhr bis 13 Uhr: Live-Übertragung der Trauerfeier. Moderation: Rainer Pariasek und Sigi Bergmann.

- 17.05 Uhr bis 17.30 Uhr: Zusammenfassung.

Himmel wird weinen
„Die Streif ist der Ort, wo Toni groß geworden ist, mit dem er am meisten verbindet“, sagt Michael Huber vom Kitzbüheler Skiclub. Im Naturgelände wird vorne der Sarg aufgebahrt, dahinter ist Platz für die Tausenden Trauernden.

Stimmt die Wettervorhersage, wird der Kitzbüheler Himmel am Samstag weinen. Nach dem Gottesdienst durch Pfarrer Michael Strutzinsky folgen 45 Minuten Ansprachen durch den Bürgermeister von Kitzbühel, Landeshauptmann Platter und Minister Darabos. Für die Familie wird der enge Freund Sailers Ali Wolffersdorff sprechen. Um 12.45 Uhr soll der Trauerzug über das Rathaustor und die Kirchenstiege, dann in Richtung Friedhof aufbrechen. Angeführt wird er vom Kitzbüheler Skiclub, danach folgt ein Kranzwagen, der Sarg auf einer Pferdekutsche und Familie sowie Trauergäste.

„Einer der größten Kitzbüheler aller Zeiten“
Es ist ein Begräbnis, das die ganze Region bewegt. Kaum einer, der hier nicht mit Sailer zu tun gehabt hat. Heinz Pichler, Chef der Trauerhilfe Kitzbühel, arbeitet seit Dienstag quasi durch. „Toni war einer der größten Kitzbüheler, die es je geben wird“, sagt er. Seit das Begräbnis fixiert wurde, hat Pichler nur 10 Stunden geschlafen. „Andauernd geht das Telefon. Aus der ganzen Welt rufen sie an und erkundigen sich“, so Pichler. An die 1.000 prominente Weggefährten, von Marc Girardelli bis Ingemar Stenmark, kommen am Samstag nach Kitz. „Heute sagt man dazu Netzwerk, aber Toni war mit allen befreundet – das ist das Besondere“, so Michael Huber vom Skiclub.

So nimmt Kitz Abschied von Toni Sailer

Kapuzinergruft, Freitag, 14 Uhr: Vor den zwei Kondolenzbüchern, die links und rechts vom Eingang mit Fotos von Toni Sailer aufliegen, herrscht aufgeregtes Treiben. Einheimische und Touristen stehen Schlange, um letzte persönliche Worte an ihr Jahrhundert-Idol zu richten. „Du bist für immer in unserem Herzen“ schreibt ein alter Schulfreund. Auf einer Bank vor der Kirche sitzt Manfred aus Essen: „Ich fahre seit 33 Jahren nach Kitzbühel. Toni hat mir Skifahren beigebracht.“ Vor dem Kitzbüheler Skiclub herrscht betretene Stille, im Inneren brennen Tausende Kerzen für Toni.

Sein Leichnam ist in einem Sarg vor dem Altar der Kapuzinerkirche aufgebahrt, umringt von Dutzenden Blumenkränzen. Hunderte bleiben vor Sailers Sarg stehen, richten ein persönliches Gebet an ihn. Knapp vor 19 Uhr füllt sich die Kirche zunehmend. Der Andrang beim zweiten Rosenkranz-Gebet für Sailer ist grenzenlos: Neben Familie und Freunden sind bereits viele Prominente eingetroffen, die auch heute Abschied nehmen.

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