Lawinen-Airbag rettet deutschen Tourengeher

Mitgerissen

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Lawinen-Airbag rettet deutschen Tourengeher

Im Sellrain verdankt ein deutscher Tourengeher sein Leben einem sogenannten „Avalanche-Airbag-System“ (ABS). Der Mann war am Samstag um die Mittagszeit mit zwei Kameraden im Gemeindegebiet von St. Sigmund im Sellrain am Grieskogel in einen ca. 35 Grad steilen Nordosthang eingefahren. Gegen 12.30 Uhr löste sich unterhalb des Gipfels (2.710 Meter) eine rund 100 Meter breite Lawine. Der Tourengeher wurde etwa 200 Meter in die Tiefe gerissen, konnte aber sein ABS aktivieren.

Wie ein Auto-Airbag
Ähnlich wie bei einem Pkw-Airbag blasen sich nach dem Ziehen der Reißleine blitzartig Luftsäcke auf. Das ABS sorgt so für rund 170 Liter zusätzlichen Auftrieb in den fließenden Schneemassen. Der deutsche Tourengeher hatte Glück – er blieb an der Schneeoberfläche und wurde nicht verschüttet.

Der Mann kam mit dem Schrecken davon und blieb vollkommen unverletzt. Er wurde mit dem Helikopter ins Tal gebracht. Seine Kollegen fuhren mit den Skiern zu Tal.

Die Tiroler Bergretter hatten am Wochenende generell viel zu tun. Aus Leichtsinn und falscher Einschätzung der Lawinensituation gerieten etliche Wintersportler in Bergnot.

Lawinengefahr
Der Lawinenwarndienst warnt weiterhin vor teils erheblicher Lawinengefahr. Es herrscht Lawinenwarnstufe 3 auf der fünfteiligen Skala. Der starke Wind auf den Bergen hat nachgelassen und das strahlend blaue Wetter wirkt nahezu als Einladung für Tourengeher. Unterhalb der Waldgrenze bzw. überall dort, wo der Wind während der vergangenen Tage nicht im Spiel war, herrscht nur mäßige Gefahr.

Schon kleine Belastungen gefährlich. Oberhalb der Baumgrenze wird die Lawinengefahr jedoch verbreitet als erheblich eingestuft. Vor allem die Triebschneeansammlungen sind instabil – und es genügt schon die kleinste Zusatzbelastung, um Gleitschneelawinen und Schneebretter auszulösen.

Die Experten warnen vor Leichtsinn. Ausrüstungsgegenstände wie der Lawinenairbag können die Überlebenschancen im Fall der Fälle beträchtlich erhöhen.

Ein Tipp: Das Land Tirol bietet im Internet eine Infoseite (www.lawine.at) an, auf der alle Gipfel mit ihren Hangneigungen dargestellt sind.

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