Lehrer zu Unrecht verhaftet

Entschädigung

© Schwienbacher

Lehrer zu Unrecht verhaftet

Lässig in Jeans trat der 46-jährige Innsbrucker Werkerziehungslehrer am Donnerstagvormittag vor den Unabhängigen Verwaltungssenat (UVS): Er sei von Polizisten im Ausgehviertel bei den Viaduktbögen misshandelt und rechtswidrig in Handschellen festgenommen worden, erklärte er. UVS-Richter Albin Larcher gab ihm nach zweistündiger Verhandlung Recht.

Für Drogendealer gehalten
Der Vorfall ereignete sich am 23. März. Ein netter Abend sollte einen friedlichen Ausklang in der Bogenmeile finden, wie der Lehrer erzählt: „Ich stand mit Freunden vor einem Lokal und redete mit zwei Radfahrerinnen, die kurz zuvor wegen Fahren ohne Licht von zwei Polizisten bestraft wurden. Diese zwei Polizisten kamen dann argwöhnisch auf mich zu. Grundlos sprachen sie mich an. Die hielten mich wohl für einen Drogendealer oder so was.“ Daraufhin sei es dann zu Schreiduellen gekommen. Er sei am Bauch liegend grob auf den eiskalten Asphalt gedrückt worden und habe Handfesseln verpasst bekommen: „Seitdem habe ich ständig Schmerzen an der linken Hand.“ Er sei zwar leicht angetrunken (1,2 Promille), jedoch bei klarem Verstand gewesen.

Aussage verweigert
Auch die zwei Polizisten erschienen vor Gericht, verweigerten aber die Aussage. Laut Polizei habe sich der Lehrer in eine Amtshandlung gegen zwei Radfahrerinnen eingemischt und sei trotz mehrmaliger Aufforderung, Ruhe zu geben, immer aggressiver geworden. „Kann so nicht stimmen“, konterte der Richter. Er konnte mittels Organmandatsblock nachweisen, dass die Amtshandlung gegen die Radfahrerinnen schon um 00:11 Uhr beendet war – die Festnahme des Lehrers aber erst um 00:26 Uhr erfolgte. Der Pädagoge erhält nun eine Aufwandsentschädigung der Polizei von knapp 1.500 Euro. Verteidiger Adolph Platzgummer nach dem Prozess: „Die häufigen „Wild-West“-Methoden der Polizei sollen aufgezeigt werden.“

Schon einmal reagierte die Polizei überzogen, als sie einen Lehrer in Umhausen in Handschellen aus einem Klassenzimmer führte. Sie hatten den Mann mit einem gesuchten Kindesentführer verwechselt.

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Live auf oe24.TV 1 / 8

Top Gelesen 1 / 5

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.

Es gibt neue Nachrichten
auf oe24.at
Jetzt Startseite laden
Abbrechen