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Wien-Döbling

Mädchenmord: Verdächtiger festgenommen

Nach dem Mord an einer 7-Jährigen in Wien-Döbling am Samstag konnte in der Nacht auf Dienstag ein Tatverdächtiger festgenommen werden. Es handelt sich um einen 16-jährigen gebürtigen Tschetschenen, der ebenfalls in dem Gemeindebau wohnt. Wie ÖSTERREICH vorab berichtete, zeigt sich der 16-Jährige geständig. Die Polizei spricht von einem extrem emotionslosen Geständnis.  Ein erkennbares Motiv hatte er laut Polizei nicht. Er gab an, eine "allgemeine Wut" verspürt zu haben, sagte Oberst Michael Mimra am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

 
Täter © Instagram
Der geständige Täter
 

"Ich wollte einfach irgendwen umbringen"

Der Teenager habe der Polizei völlig emotionslos gesagt: "Ich wollte einfach irgendwen umbringen". Es hätte also jeden treffen können. So eine herzlose Schilderung hätten selbst die Polizisten nie erlebt. Das Mädchen war mit der Familie des Burschen bekannt gewesen und dürfte sich am Freitag alleine mit dem Verdächtigen in den Räumlichkeiten aufgehalten haben. Der 16-Jährige dürfte das Mädchen dann ins Badezimmer dirigiert haben. "Sie hat nicht bemerkt, dass er da bereits ein Küchenmesser bei sich trug", sagte Mimra. Dann hat er das Mädchen in die Duschwanne gestoßen und sie derart massiv am Hals attackiert, "dass der Kopf beinahe vom Rumpf getrennt worden ist".

hadishat.jpg © Larissa Eckhardt

Das Opfer

Aufmerksam wurden die Polizisten auf die Wohnung des Verdächtigen, da Spürhunde angeschlagen hatten. In den Räumlichkeiten wurden dann trotz oberflächlicher Reinigung auch Blutspuren gefunden. Anfangs gab der Verdächtige noch an, sich "in der Schule in den Finger geschnitten zu haben", schließlich gestand er noch in der Wohnung im Beisein seiner Eltern die Tat.
 
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Die Mutter seines Opfers tue im zwar Leid, mit der ermordeten Hadishat habe er aber kein Mitleid, so die Polizei.
 
Wien-Döbling © APA/ Punz
 

Bruder des Opfers: "Was hast du getan?!"

Als der Verdächtige in der Nacht auf Dienstag aufgespürt werden konnte und in Gewahrsam genommen wurde, soll der Bruder des Opfers am Fenster gestanden sein und geschrien haben: "Was hast du getan?!" Das berichteten Bewohner der Anlage in den sozialen Medien.

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Leiche in Mülltonne entdeckt

Tatsächlich ging es für die Ermittler um Minuten. Die Angehörigen der Siebenjährigen suchten am Freitag nach dem Mädchen bis in die späten Abendstunden, konnten es aber nicht mehr finden. Sein älterer Bruder erschien gegen 23.00 Uhr in der Polizeiinspektion Julius-Tandler-Platz und gab eine Vermisstenanzeige auf, schilderte der stellvertretende Ermittlungsleiter des Wiener LKA, Gerhard Haimeder.
 
Noch in der Nacht streiften Polizisten in der Wohnanlage, einem Gemeindebau mit etwa 300 Wohnungen. Am Samstag in den frühen Morgenstunden wurde die Suche fortgesetzt. Es kamen zwei Mordermittlergruppen zum Einsatz, dazu die Bereitschaftseinheit, Dienst- und Stöberhunde. Ein Beamter alarmierte die Mitarbeiter der Müllabfuhr (Magistratsabteilung 48), beim Ausleeren der Container besonders vorsichtig zu sein.


Beine schauten aus Plastiksackerl

Ein MA48-Arbeiter entdeckte tatsächlich in einem Container das Plastiksackerl, aus dem die Beine des toten Mädchens herausschauten. "Es war eine Frage von Minuten", sagte Haimeder. Der Fundort wurde abgesperrt. "Unser erster Ansatz war, den Tatort zu finden", erläuterte der leitende Ermittler die weitere Vorgangsweise. Die 300 Wohnungen, in denen 520 Anrainer beim Zentralmeldeamt registriert sind, wurden überprüft. Zunächst vermuteten die Fahnder eine Waschküche als Tatort, weil die Leiche offensichtlich gereinigt worden war und sie an einen Ort dachten, in dem der Täter einige Zeit ungestört arbeiten hätte können. Als aber klar war, dass die Waschküchen vom Magistrat gegen Voranmeldung vergeben werden, schieden sie diese Möglichkeit relativ bald wieder aus und konzentrierten sich auf die Wohnungen, wo sie dann bei dem 16-Jährigen Erfolg hatten.
 
Die Angaben des Jugendlichen zu seinem Motiv machten die Ermittler fassungslos: "Wir haben ihn gefragt: 'Warum dieses Mädchen?' Er hat diesen Stehsatz, den man oft hört, gesagt: 'Sie war zur falschen Zeit am falschen Ort.'", schilderte Haimeder die Verantwortung des Burschen. Der 16-Jährige dürfte keine großen Emotionen oder Reue gezeigt haben: "Es ist ihm egal, von seinen Aussagen und seiner Körpersprache her. Es tut ihm die Mutter des Opfers leid, nicht das Mädchen."
 

"Allgemeine Wut"

Nach derzeitigem Ermittlungsstand war es nicht absehbar, dass der Jugendliche so eine Bluttat verüben könnte. "Er hat angegeben, dass sich bei ihm in der vergangenen Woche eine allgemeine Wut aufgebaut hat", sagte Haimeder. Näher definiert habe er dies nicht. Der 16-Jährige ist Gymnasiast, er war ein guter Schüler und sei nach ersten Erkenntnissen auch nicht gemobbt worden oder sei auf jemanden böse gewesen sein.
 
Die Eltern des 16-Jährigen waren zum Tatzeitpunkt nicht zuhause. Sie brachen zusammen, als sie das Geständnis ihres Sohnes hörten. Die Mutter kollabierte und wurde von der Rettung versorgt. Ein Freund holte die Familie aus der Wohnung ab und brachte sie weg.
 
Die Ermittlungsarbeit der Polizei ist noch nicht abgeschlossen. Von weiteren Einvernahmen erhoffen sie sich, dass es doch noch nähere Aufschlüsse zum Tatmotiv gibt. Auch sein Computer und sein Mobiltelefon werden gecheckt. Mimra und Haimeder betonten auf Nachfrage, dass es bisher keine Hinweise auf andere Motive gibt, etwa auf eine versteckte Radikalisierung oder dass es im Hintergrund etwa doch Zwistigkeiten zwischen den beiden Familien gegeben hat.
 

Messer immer häufiger Tatwaffe

Erschüttert zeigte sich auch Landesvizepolizeipräsident Michael Lepuschitz. Er wies darauf hin, dass die Polizei immer häufiger Messer als Tatwaffen registriere. "Nicht nur bei Tötungen, sondern auch bei Körperverletzungen, Raubüberfällen und anderen Taten", betonte Lepuschitz. Oft handle es sich um ganz einfache Messer, "etwa Küchenmesser, wie im vorliegenden Fall, oder Taschenmesser". Darüber werde man nachdenken müssen. Der Landesvizepolizeipräsident sagte, dass es heuer in Wien bisher zwölf Tötungsdelikte gab, von denen bisher elf geklärt wurden.
15:01
 

Damit ist das Pressestatement des Anwalts beendet.

15:00
 

"Der Vorname des Täters ist Robert", so Rast. "Er ist polizeilich bisher gänzlich unbekannt gewesen, auch in der Schule gab es nichts. Er war bis zuletzt in der Schule."

14:59
 

"Die Familie möchte in Ruhe gelassen werden, um in Ruhe zu trauern. Deswegen gibt es jetzt diese Pressekonferenz", erklärt Rast.

14:58
 

"Die Höchststrafe für ihn ist leider nicht lebenslang, sondern 15 Jahre", so Rast. Ein Gutachten wird aber wohl angefordert werden und der Täter könnte dann in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen werden.

14:58
 

"Dank geht an die Polizei, dass sie eine Mordserie verhindert hat", so Rast.

14:57
 

Die Eltern des Täters waren zur Tatzeit nicht zuhause, der jüngere Bruder war am Spielplatz.

14:56
 

"Es wusste keiner, dass es sich um einen 'Verrückten' handelt, der einer Siebenjährigen den Kopf abtrennt", so Rast. Der 16-jährige Täter war nicht polizeibekannt. Die Opferfamilie kennt den Täter vom Hof, befreundet im engeren Sinn war man aber nicht.

14:56
 

Wann die kleine Hadishat beerdigt werden kann, steht derzeit noch nicht fest.

14:55
 

Die Familie hofft, dass sie von der Stadt Wien eine andere Wohnung zur Verfügung gestellt bekommt, dass sie nicht täglich am Ort des Grauens vorbeigehen muss.

14:53
 

Der Familie von Hadishat geht es schlecht. Deswegen bittet die Familie darum, dass zuhause keine Medienbesuche stattfinden. Erschwerend kommt hinzu, dass man den Täter kennt. Das Mädchen ging freiwillig mit in die Wohnung, um dort ein Eis zu essen. Mit der darauffolgenden Wahnsinnstat konnte keiner rechnen. Mit dieser Tat konnte auch die Familie nicht rechnen, sie hat mit der Tat nichts zu tun.

14:53
 

Rast glaubt, dass man vor einer Mordserie gerettet wurde - weil der Täter "aus Wut ein siebenjähriges Mädchen" getötet hat.

14:52
 

Rast dankt der Polizei für den "unfassbar schnellen Ermittlungserfolg".

14:52
 

Opferanwalt Nikolaus Rast gibt ein Statement ab.

14:50
 

Die Pressekonferenz beginnt.

14:49
 

Die Pressekonferenz verzögert sich etwas.

14:24
 

Um 14.45 Uhr spricht die Familie von Hadishat und deren Anwalt. Wir berichten LIVE.

11:27
 

Die Pressekonferenz der Polizei ist zu Ende.

11:25
 

Der Täter ist in Gesprächen sehr emotionslos. "Es ist ihm offensichtlich egal", so Haimeder.

11:25
 

Die Familie des Täters ist nicht mehr in der Wohnung.

11:24
 

Über einen Streit zwischen dem Teenager und seinem Opfer ist nichts bekannt. Auch der Täter selbst berichtet nicht von einem Streit als Auslöser.

11:23
 

Der Täter ist nicht in Österreich geboren, kam aber im Alter von zwei Jahren nach Österreich.

11:23
 

Die Mutter des Mädchens tue ihm leid, sein Opfer selbst aber nicht.

11:22
 

Das Messer wurde noch nicht gefunden. Es soll sich um ein Brotmesser von ca. 20 Zentimeter länger mit gezackter Klinge.

11:22
 

Der 16-Jährige soll heute noch einmal befragt werden.

Der Polizei (und auch der Familie) ist kein Krankheitsbild bei dem Teenager bekannt.

11:20
 

Die Polizei geht nicht davon aus, dass die Tat geplant war.

11:19
 

Der Bub geht ins Gymnasium und gilt als guter Schüler.

11:18
 

Die Tat ist am Freitag gegen 15 Uhr passiert.

11:17
 

Bei der Erstbefragung wollte er niemanden dabei haben. Er ist nicht polizeibekannt. Haimeder bezeichnet ihn als "feschen, jungen Burschen, dem man die Tat nicht zutrauen würde."

11:16
 

Der Abfluss wurde verstopft. Er packte die Leiche des Mädchens ein und warf sie weg.

11:15
 

Er war alleine zuhause und verspürte "eine allgemeine Wut". Das Mädchenaß ein Eis. Er sagte zu ihr, sie soll ihm folgen. Sie ging mit. Dabei hatte er schon ein Messer dabei. In der Wohnung stach er zu.

11:15
 

In der Wohnung wurden Blutspuren gefunden, auch im Badezimmer. Der 16-Jährige hat die Tat gestanden.

11:13
 

Die Hunde schlugen bei einer Wohnung an. In der Wohnung waren vier Personen: die Eltern und zwei Kinder.

11:13
 

Der Kopf des Mädchens wurde beinahe abgetrennt, berichtet der geschockte Haimeder.

11:12
 

Die Waschküchen stellten sich als nicht geeignet heraus. Deswegen wurden die Wohnungen durchsucht. Kinder wurden befragt, ebenso wie Erwachsene.

Es wurden keinerlei Hinweise auf ein Sexualverbrechen gefunden.

11:11
 

Alles begann mit der Einvernahme der Familie. Auch Hunde wurden eingesetzt. Wichtig war, den Tatort zu finden. Zunächst ging man von einer Waschküche aus.

11:10
 

Gerhard Haimeder, stv. Leiter des Ermittlungsdienst, geht auf die Ermittlungen ein. In dem Gemeindebau sind 520 Menschen in rund 300 Wohnungen gemeldet.

11:08
 

In dem Gemeindebau sind circa 300 Wohnungen, die alle einen Tatort hätten sein können. Das alles musste untersucht werden.

11:07
 

Die kleine Hadishat ist am Freitag im Gemeindebau in Wien-Döbling verschwunden. Zunächst suchten Familie und Freunde. Um 23 Uhr wurde das kleine Mädchen dann als vermisst gemeldet. Polizisten sind daraufhin zur Wohnhausanlage gefahren und haben erste Fahndungsmaßnahmen eingeleitet. Samstag in der Früh wurde dann die Leiche in einem Müllcontainer gefunden.

11:06
 

Michael Mimra, Polizei-Oberst, geht auf die Chronologie des Verbrechens ein.

11:04
 

Bemerkenswert: die Tat wurde mit einem Messer verübt. Laut Lepuschitz werden in letzter Zeit immer häufiger Gewalttaten mit Messern verübt. Oft handelt es sich um "normale" Küchenmesser oder Taschenmesser. "Eine Entwicklung, die uns zu denken geben sollte."

11:04
 

Lepuschitz lobt gleichzeitig aber den schnellen Fahndungserfolg der Polizei.

11:03
 

Michael Lepuschitz, der neue Vizepräsident der Wiener Polizei, zeigt sich auch als Vater betroffen über die schrecklichen Geschehnisse.

11:02
 

Die Pressekonferenz startet.

10:48
 

In wenigen Minuten beginnt die Pressekonferenz der Polizei zur Festnahme des mutmaßlichen Mädchen-Mörders. Wir berichten LIVE.

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