Abschiebung vorerst abgesagt

Mutter im Krankenhaus

Abschiebung vorerst abgesagt

Die Abschiebung der tschetschenischen Familie wurde nach der Einlieferung der Mutter ins Krankenhaus vorerst abgesagt. Über das weitere Vorgehen in dem Fall gab es vorerst keine Informationen, laut dem Verein "Purple Sheep" ist in den kommenden Tagen nicht mit einem weiteren Eintreffen der Fremdenpolizei zu rechnen.

Demonstration aufgelöst

Auch die Demonstration vor dem "Freunde Schützen"-Haus in Wien-Meidling, in dem die Familie untergebracht ist, habe sich aufgelöst, hieß es vonseiten der Polizei. Zwischenfälle habe es keine gegeben, es hätten sich nur "wenige" Personen beteiligt.

Mutter im Krankenhaus
Die Mutter ist kurz vor dem angekündigten Eintreffen der Fremdenpolizei Dienstagabend ins Krankenhaus eingeliefert worden. Laut dem Asylwerber-Betreuungsverein Purple Sheep, der sich der Familie angenommen hat, habe die Frau aufgrund ihres psychischen Zustandes einen Anfall bekommen.

Seit fünf Jahren in Wien
Mutter und Söhne sind laut Purple Sheep seit bald fünf Jahren in Wien. Im Jänner 2006 waren sie über Polen eingereist, dort sollen sie gemäß Dublin-Abkommen zurückgebracht werden. Die Mutter sei seit ihrer Ankunft in psychiatrischer Behandlung, der ältere Bruder habe die Hauptschule wegen drohender Abschiebung nicht abschließen können und kümmere sich während der Spitalsaufenthalte der Mutter um den Jüngeren. Der 13-Jährige sei "bestens integriert" und Vorzugsschüler, wird betont.

Sehen Sie hier ein Video des 13-Jährigen mit einem Freund.

Ladendiebstahl
Allerdings wurde die Mutter den Angaben zufolge vor zweieinhalb Jahren wegen Ladendiebstahls zu einer Geldstrafe von 290 Euro rechtskräftig verursacht. Zwar sei die Strafe damals umgehend bezahlt worden und die Familie zu diesem Zeitpunkt "nicht in Grundversorgung und vollkommen mittelos" gewesen, heißt es. Den Behörden gelte die Mutter nun aber als nicht unbescholten, was Versuche der Purple-Sheep-Rechtsvertreterin Karin Klaric, die drohende Abschiebung zu verhindern, vereitelt habe. Zudem argumentierten die Behörden mit der Überstellung in ein EU-Land.

Parallelen zum Fall Komani
Der Fall erinnert an jenen der kosovarischen Familie Komani, bei dem Zwillingstöchter mit ihrem Vater abgeschoben wurden, obwohl deren Mutter bzw. Ehefrau wegen akuter Selbstmordgefahr im Spital lag. Kurz darauf lenkte Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) ein und ermöglicht der Familie Komani schon zwei Wochen später mittels eines humanitären Visums die Wiedereinreise.

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