Abschiebung

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"Arigona war einfach nur fassungslos"

Christian Schörkhuber, Flüchtlingsbetreuer der Volkshilfe und Freund der Familie Zogaj, macht sich große Sorgen um Arigona.

ÖSTERREICH: Wie hat Arigona auf den negativen Bescheid reagiert?

Christian Schörkhuber: Sie war fassungslos, verzweifelt und ist erst einmal weinend zusammengebrochen. Aber nach ihrem Klinikaufenthalt wegen Suizidgefahr nimmt Arigona immer noch sehr starke Medikamente, die sie wieder heruntergeholt haben. Das hat einen schlimmeren Zusammenbruch verhindert. Sie ging auch ganz tapfer in die Schule. Das Unfassbare ist, dass die Familie, der Anwalt, wir alle von dem negativen Bescheid aus der Zeitung erfahren mussten. Das ist einfach menschenverachtend!

ÖSTERREICH: Wie ging es der Familie in letzter Zeit?

Schörkhuber: Seit die Kleinen, Albin und Albona, wieder aus dem Kosovo da waren, ging es einigermaßen. Die beiden haben sich in der Schule wieder gut eingelebt. Aber die Unsicherheit zehrt gewaltig: Nurie hatte ja schon mehrere Zusammenbrüche und leidet unter psychosomatischen Lähmungen des Arms, muss starke Medikamente nehmen. Arigona war vier Wochen lang auf einer geschlossenen Abteilung im Krankenhaus, unter anderem wegen massiver Suizidgefahr. Das war den Beamten im Ministerium bekannt. Und jeder, der nur ein bisschen Verstand hat, weiß, dass so eine schockierende Meldung zu einer Kurzschlusshandlung führen kann.

ÖSTERREICH: Gibt es noch eine Chance für die Familie Zogaj?

Schörkhuber: Ich konnte den 140-Seiten-Akt noch nicht genau analysieren. Aber: Es gibt die Möglichkeit der Berufung in der zweiten Instanz, und die wird genutzt werden. Solange die Berufung läuft, gilt für den Bescheid aufschiebende Wirkung.

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