11. März 2010 20:57
© TZ Österreich Kernmayer
Noch sagt die Regierung nicht, wie genau sie das Budget sanieren will. Doch
eines ist klar: Es wird neue Steuern geben – und nicht nur die Reichen
werden zahlen. Expertin Margit Schratzenstaller
(Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo) und Markus Beyrer, Generalsekretär der
Industriellenvereinigung (IV) zählen für ÖSTERREICH auf, was
ÖVP-Finanzminister Josef Pröll noch in petto hat:
- Kürzungen bei Spitälern.
Sparpotenzial laut Wifo:
300 Mio. Euro im Jahr. „Wir liegen mit 6,4 Akutbetten pro 1.000
Einwohner weit über EU-Schnitt“, sagt Beyrer.
- Pensionen.
Läuft die Hacklerpension wie geplant 2013
aus, brächte das 500 Mio. €.
- Überstunden besteuern.
Wegen der Arbeitslosigkeit
sollen Überstunden nicht mehr steuerlich begünstigt werden.
Das brächte dem Staat laut Wifo 100 Mio. €.
- Hausfrauen
Fällt der Alleinverdienerabsetzbetrag, wenn
Partner weder Kinder noch Alte betreuen, bringt das 60 Mio. €.
Streicht man die kostenlose Mitversicherung, gibt das 200 Mio. €.
- Mineralölsteuer
Die höhere Mineralölsteuer
ist fast fix: ÖVP-Umweltminister Niki Berlakovich: „Die
Steuerdebatte muss eine Ökologisierung des Systems bringen.“
10 Cent mehr pro Liter bringen 1 Mrd. €.
- Elektrizitätsabgabe
Sie könnte von derzeit 1,5 Ct.
auf 2,75 Ct./kWh steigen. Einnahmen: 1 Mrd. €.
- CO2-Steuer
Eine neue Steuer auf CO2 bringt bei 30 €
pro Tonne 1 Mrd. €.
- Wein-, Bier- & Tabaksteuer
30 Mio. brächte die
Wein-, 50 Mio. € die Biersteuer. 40 Cent mehr Tabaksteuer bringen
310 Mio. €.
- Spieler schröpfen
Würde das kleine Glücksspiel
auch im Burgenland, in Oberösterreich, Salzburg, Vorarlberg und
Tirol erlaubt, brächte das 50 Mio. €.
- Mehrwertsteuer
Wenn schon neue Abgaben, wären
Massensteuern sinnvoller, als etwa die Vermögenszuwachssteuer, so
Beyrer. Dass der Konsum derzeit die Konjunktur stützt, sei ja nur
auf Einmaleffekte zurückzuführen.