27. Jänner 2007 18:57
In der Nacht auf Samstag veröffentlichte der Bundespressereferent der FPÖ,
Karl Heinz Grünsteidl, eine völlig verwirrte Presseaussendung, in der er
sich selbst u.a. als "rücktrittsreif" bezeichnete und sich mit den
Schauspielern der Polit-Sitcom "Chaos City", Michael J. Fox und Charlie
Sheen, verglich.
Samstagvormittag erklärte Gründsteidl auf Anfrage, seine nächtliche
Aussendung sei "eine satirische Betrachtung der laufenden Dinge zu später
Stunde" gewesen. Grünsteidl schrieb, bei der Aufregung um die Strache-Fotos
fühle er sich an die US-amerikanische Serie "Flash Gordon" erinnert. Die
Aussendung endet mit einem "Post Skriptum": "Falls irgendeine faszinierende
reiche junge Frau sich für mich interessiert, bitte hurtig melden!"
Auch FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky meinte, "Grünsteidl hat sich auf
ironisch-satirische Weise seine Befindlichkeit vom Leib geschrieben".
Grünsteidl bleibe Bundespressereferent der FPÖ, hieß es.
Die Aussendung im Wortlaut:
"Ich bin aus meiner Laufbahn als FPÖ-Pressesprecher wirklich einiges
gewohnt", sagte FPÖ-Bundespressereferent Grünsteidl. "Und ich kenne auch
einige Journalisten und Journalistinnen, die sich jetzt bei der Fellnerei
aus ökonomischen Gründen verdingen müssen. Dennoch sollte man, Auflage hin,
Auflage her, bei der Wahrheit bleiben."
Grünsteidl bezeichnete die Aufregung um die Strache-Fotos als völlig
absurd. "Einerseits fühle ich mich an die US-amerikanische Serie ‚Flash
Gordon’ erinnert, andererseits an James Joyce und seinen Schüler Samuel
Beckett. Das ist nicht positiv gemeint."
Um Jean-Paul Sartre zu zitieren: "Das Reich des Menschen hat begonnen."
Genau darum geht es: Um das Reich des Menschen. Um den Menschen schlechthin.
Dafür treten wir ein, in all unserer zugegebenermaßen intellektuellen
Fragwürdigkeit. Aber genau deshalb forcieren wir die Frage nach dem Menschen.
Genau dafür, sagt Grünsteidl, steht die FPÖ. "Das Reich des Menschen hat
begonnen." Die FPÖ stehe dafür, dass Menschen zu keiner minderwertigen Ware
mutieren, wie es etwa in dem Science-Fiction-Film "Gattaca" der Fall sei.
"Die Menschheit", sagt Grünsteidl, "darf nicht zu einem Gen-Experiment
verkommen." Deshalb stehe die FPÖ ein gegen Gen-Experimente jedweder Art.
"Die Gedankenspiele eines Michel Houellebecq bergen durchaus ihren Reiz",
meint Grünsteidl. "Aber in Wahrheit sind sie nur dazu gedacht, die Auflage
seiner Bücher zu erhöhen. Das Wasser war kalt, damals. Jetzt ist es lauwarm,
bestenfalls."
Grünsteidl zündet sich jetzt eine Zigarette an. Gauloises rouge. Wen
juckt’s. Denn Grünsteidl – Pressesprecher der FPÖ - treibt so manches. Er
raucht. Und trinkt alles, außer Alkohol. Cola light rules!
That’s Steidl (rücktrittsreif, spätestens seit heute) Andererseits:
Eventuell bin ich Michael J. Fox oder Charlie Sheen...
PS: Falls irgendeine faszinierende reiche junge Frau sich für mich
interessiert, bitte hurtig melden!