Hofer-Feier im Zeichen von Südtirol

100.000 mit dabei

Hofer-Feier im Zeichen von Südtirol

Ohne nennenswerte Zwischenfälle ist am Sonntag der Höhepunkt der Tiroler Andreas Hofer-Feierlichkeiten in Innsbruck verlaufen. Nach Angaben der Polizei waren etwa 70.000 Zuschauer entlang der Route des Landesfestumzuges, an dem rund 30.000 Mitglieder von Vereinen, Schützen und Organisationen teilnahmen. Politische Botschaften wurden vor allem von Schützenkompanien aus Südtirol und dem Trentino mit nach Innsbruck gebracht. Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Werner Faymann (S) sowie die beiden Landeshauptleute Günther Platter (V) und Luis Durnwalder (SVP) strichen vor allen den europäischen Charakter der Veranstaltung hervor.

Südtirol als Thema
Bundespräsident Heinz Fischer betonte, dass Österreich einen Zustand erreicht habe, der ein friedliches Zusammenleben mit allen Nachbarn möglich mache. Bereits am Beginn des Festumzuges hatte er den Südtirolern versichert, dass "sie sich weiter auf Österreich verlassen" könnten. Für Durnwalder habe die Veranstaltung gezeigt, dass die Südtiroler "eine lebendige österreichische Minderheit in Italien" seien. Platter meinte, der Festumzug habe gezeigt, wie stark die Tradition in allen Teilen des Landes verwurzelt sei. Für Faymann sei eine Politik der Regionen ein wichtiger Garant für den Frieden in Europa.

Wunsch und Realität
Bei strahlendem Sonnenschein und spätsommerlicher Hitze marschierten rund 30.000 Mitglieder von Traditionsverbänden begleitet von Blasmusik durch Innsbruck. "Unsere Heimat Tirol - EINigt TIROL in Europa", "Ein Tirol - nach über 90 Jahren Unrechtsgrenze fordern wir die Wiedervereinigung Süd-Tirols mit Österreich" war auf Transparenten von Südtiroler Schützen zu lesen. Trentiner forderten "Wir sind ein Volk - Von Kufstein bis Borghetto", Vertreter von Ladiner-Verbänden verlangten "zurück nach Bozen" (die kleinste Volksgruppe der Region ist auf drei Provinzen aufgeteilt, Anm.).

Dornenkrone
Auch die umstrittene Dornenkrone wurde wie angekündigt mitgetragen. Ihre Symbolik wurde allerdings "entschärft", indem sie mit 2009 Rosen verziert worden war. Die "Dornenkrone" soll das Leid der 1919 abgetrennten Südtiroler versinnbildlichen.

Bereits zu Beginn der Veranstaltung hatte Platter von einem "Symbol für den Aufbruch in einem gemeinsamen, friedlichen Europa" gesprochen. Ein Europa, das das Historische Tirol wieder näher zusammen geführt habe, "ein Europa, in dem die Europaregion Tirol ihren Lebensraum wieder selbst gestalten kann". Diözesanbischof Manfred Scheuer hatte betont, dass Heimat nicht durch Abschotten entstehe. Ein starkes Selbstbewusstsein zu haben, sei "keine Sünde". Dies dürfe aber nicht durch Feindbilder entstehen.

Hitze macht Probleme
Dank der des anhaltenden Schönwetters und der hohen Temperaturen hatte das Rote Kreuz am Sonntag beim Tiroler Landesfestumzug "relativ viel" zu tun. 75 Versorgungen zählten die Retter gegen 16.00 Uhr. Hauptsächlich mussten Teilnehmer versorgt werden, die auf Grund der Hitze Kreislaufprobleme bekamen. Betroffen waren vor allem "ältere Herrschaften", meinte der Leitende Notarzt. Die Trachten seien nicht für ihre Hitzefreundlichkeit bekannt. Das längere Stehen werde für viele zum Problem. Einer der Zuschauer musste wegen Herzkreislaufproblemen zur Abklärung in die Innsbrucker Klinik eingeliefert werden. Ruhig verlief der Landesfestumzug hingegen aus Sicht der Polizei, die mit 250 Beamten im Einsatz war. Bis zum späteren Nachmittag lagen keinerlei Anzeigen vor, teilte die Exekutive mit.

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