Krise war Turbo für FP

AK-Wahl

Krise war Turbo für FP

Die Enttäuschung war Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel ins Gesicht geschrieben, als er das Ergebnis der AK-Wahl kommentieren musste: „Viele Menschen waren einverstanden mit unseren Aussagen, aber es hat nicht gereicht, FSG anzukreuzen.“ Die gesunkene Wahlbeteiligung – 43 gegenüber 49 Prozent im Jahr 2004 – ging laut Meinungsforscher Günther Ogris, dessen SORA-Institut die Wahl analysierte, vor allem zulasten von Tumpels Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG).

Tumpel will bleiben
Bundesweit fuhr die FSG ein Minus von über sieben Prozentpunkten ein. In Wien, wo Tumpel auch Landeschef ist, waren es sogar fast 13 Prozentpunkte. Die FSG liegt nun bei knapp 56 Prozent. 2004 waren es noch 63 Prozent gewesen. (Alle Detailergebnisse in der Tabelle.) Dennoch will Tumpel bleiben.

Krisenverlierer
Die Freiheitlichen lagen besonders gut bei den Verlierern der Wirtschaftskrise: So machten 39 Prozent aller Wähler, die von Lohnkürzungen durch Kurzarbeit oder weniger Überstunden betroffen waren, bei den Blauen ihr Kreuz. Wähler, in deren Betrieben Kündigungen stattgefunden hatten, wählten zu 17 Prozent die FA. Dazu kommt laut Ogris eine allgemeine „Proteststimmung“.

Nachdem sich die FA durch die Regierungsbeteiligung der FPÖ 2004 halbiert hatten und nur mehr bei knapp fünf Prozent lagen, liegen sie jetzt bei knapp 9 Prozent. In Wien lagen die FA mit 12 Prozent dreimal so gut wie 2004. ÖVP-Chef Josef Pröll nutzte jedenfalls die FSG-Niederlage zu einer Abrechnung mit dem gesteigerten Klassenkampf der vergangenen Wochen. „Wer auf die Straße geht, der erntet ein freiheitliches Ergebnis“, sagte der Vizekanzler zum AK-Wahlergebnis.

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