Offener Brief an Bundesregierung:

Protest gegen Flüchtlings-Kurs

Offener Brief an Bundesregierung: "Es ist beschämend"

In Griechenland lebende und arbeitende Österreicher haben in Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise in einem offenen Brief an die "Vernunft" der Regierung in Wien appelliert. Das Schreiben wurde unter anderem in der in Athen herausgegebenen "Griechenland Zeitung" veröffentlicht.

Flüchtlings-Kurs: "beschämend"
Neben der "beispiellosen Solidarität" der sehr viel ärmeren Nachbarländer Syriens, die Millionen Schutzsuchende aufnehmen, sei es "beschämend", wenn vonseiten Österreichs behauptet werde, es nehme mehr Menschen auf als die meisten anderen Länder, hieß es.

Man müsse aus Mitverantwortlichkeit und Solidarität gegenüber den Opfern handeln. Dazu brauche es Weitblick und Überzeugungskraft. "Schließlich soll aus Millionen gewaltsam vertriebenen Kindern eine Generation heranwachsen, die europäischen Gedankengut nicht feindselig, ja hasserfüllt gegenübersteht, sondern dieses als positiv, bereichernd und vorbildgebend empfindet", schrieben die Auslandsösterreicher.

Vorwurf: Griechenland wird alleine gelassen
Es könne nicht sein, dass Griechenland zum Handlanger einer "Stacheldrahtpolitik" werden solle, die dazu führen werde, dass Menschen nicht mehr aus dem Meer gerettet, sondern dem Ertrinken preisgegeben werden würden. Dies würde erneut in eine Schuld Griechenlands umgemünzt werden. Zu einem "infamen Schuldenberg" käme dann noch Beihilfe zum massenweisen Tod hilfloser Menschen dazu.

VIDEO: so reagiert Österreichs Regierung nach dem EU-Flüchtlingsgipfel

Video zum Thema Österreichs Regierung nach Flüchtlingsgipfel
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Humanitäre Katastrophe
Wenn das kleine Österreich sich in einem nationalen Alleingang komplett gegen Flüchtlinge abschotten wolle, werde es als Auslöser einer humanitären Katastrophe in die Geschichte eingehen. Österreichs Regierung rechtfertige ihre Reaktion damit, dass sie sich außerstande fühle, einen größeren Zustrom von Flüchtlingen zu verwalten. Dabei seien die Grenzübergänge Österreichs in ihrer Übersichtlichkeit nicht zu vergleichen mit der Komplexität der maritimen Grenzen Griechenlands.

Die Auslandsösterreicher appellierten an die "Vernunft, nichts unversucht zu lassen, Europa vor kurzfristigem Neonationalismus zu schützen". Österreich solle angesichts seiner geschichtlichen Vergangenheit, insbesondere auf dem Balkan, alles tun, in diesen schwierigen Zeiten eine besonnene, tragfähige, weitblickende und vor allem eine auf den Ideen der Aufklärung und Menschlichkeit basierende Politik durchzusetzen.

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