14. August 2010 17:37
Image-Debakel für die Regierung im Sommer: Kanzler und Vize verlieren
dramatisch, nur der unauffällige Außenminister Spindelegger hält sich noch
an der Spitze.
Polit-Barometer: Gestartet sind Werner Faymann und Josef Pröll vor zwei
Jahren als die großen Polithoffnungen der Republik. Im ersten Politbarometer
von Gallup hatten sie 2008 einen positiven Saldo von fast 40 Prozent. Die
beiden waren die Umfragelieblinge der Nation. Das war einmal.
In diesem Sommer ist vom einstigen Umfrageglanz der Kuschelkoalitionäre
nichts mehr übrig. Im neuen Gallup-Polit-Barometer der letzten Woche
(11.–13. August 2010, 800 Befragte) stürzen Faymann und Pröll dramatisch ab.
Beide weisen im August nur mehr einen positiven Saldo von 6 Prozent auf,
nähern sich damit erstmals dramatisch dem Minusbereich.
Kanzler Faymann verliert in den beiden Urlaubswochen dramatische 6%, sein
größter Einzelverlust seit Monaten, in denen es kontinuierlich bergab geht. Sein
Vize Josef Pröll verliert gleich 7% – und damit auch die bisher immer
gehaltene Führung im Polit-Ranking der Regierung.
Der unauffälligste Minister ist Spitze, der Rest verliert
Die
Arbeit des Kanzlers wird nur noch von 38% der Österreicher positiv bewertet,
aber schon von 32% negativ. Den Finanzminister sehen nur noch 36% positiv,
bereits 30% negativ.
Die beiden kassieren im neuen Politbarometer die Prügel für die Verschiebung
des Budgets (und den damit verbundenen Wählerschwindel), sie büßen aber
offenbar stellvertretend für die gesamte Regierung, die bei den
Österreichern immer weniger Zuspruch findet.
Nur der unauffällige Außenminister Spindelegger kommt in der Bewertung der
Österreicher noch relativ gut weg, wird von 32% positiv und nur von 13%
negativ bewertet – und hat sich mit einem Saldo von plus 19% still und leise
an die Spitze der gesamten Regierung gearbeitet.
Wählerwatschen
Fast alle anderen Minister liegen im Minus:
Wirtschaftsminister Mitterlehner bekommt – trotz guter Wirtschaftszahlen –
ebenso die Wählerwatschen wie Verkehrsministerin Bures. Nur das bisherige
Schlusslicht Maria Fekter und Bildungsministerin Claudia Schmied legen zu.
Die eine profitiert vom harten Kurs gegen Ausländer, die andere offenbar vom
Streit mit Niederösterreichs Landeskaiser Pröll.
Schwacher Trost für Werner Faymann: Während die Bewertung seiner Arbeit ins
Minus rutscht, wird sein Wert in der Kanzlerfrage immer besser.
Würden die Österreicher den Kanzler direkt wählen, bekäme Faymann schon 38%
der Stimmen, Pröll nur mehr 33%. Der Kanzlerbonus ist Faymann sicher.
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Gallup eröffnet mit brandneuen Umfragen der letzten Woche den
Wahlkampf in Wien und der Steiermark. Für die SPÖ wird es hauchknapp. Steirer-Umfrage:
Nächste Woche starten die Wahlkämpfe in der Steiermark und in Wien.
Gallup hat brandaktuell (11.–13. 8.) die Stimmung für beide
Landtagswahlen erhoben. Für die SPÖ werden beide Wahlen zur
Zitterpartie: In der Steiermark führt die SPÖ hauchdünn mit
38% zu 37% ÖVP. Der minimale Vorsprung (der innerhalb der
statistischen Schwankungsbreite liegt) ist auf den
Landeshauptmann-Bonus von Franz Voves zurückzuführen, der ein
Direktduell mit seinem Kontrahenten Schützenhöfer klar mit 47% zu 35%
gewinnen würde. Überraschend schwach liegt in der Steiermark
die FPÖ mit vorerst nur 11% und das BZÖ mit 2%. Schwach auch die
Grünen mit nur 6% und die KPÖ, die mit vorerst nur 3% den Einzug in
den Landtag diesmal nicht schaffen würde. Wien-Umfrage:
Genau so spannend wird das Wahlkampffinale in Wien: Laut
Gallup-Umfrage liegt die SPÖ in Wien bei 45% – das sind zumindest 3%
zu wenig für die absolute Mehrheit, die Häupl erreichen will. Trotz
Haider- und Hypo-Skandal legt der noch in Ibiza urlaubende HC Strache
in seiner Abwesenheit deutlich zu. Die FPÖ steigert sich auf 23%,
kommt Straches Wunsch-Ziel von 25% immer näher. Die ÖVP mit
Christine Marek stagniert noch bei nur 17%, die Grünen sind mit 11%
enttäuschend. Alle anderen Parteien – auch das BZÖ – schaffen es
nicht in den Gemeinderat. Im Direktduell um den Bürgermeister
liegt Häupl mit 51% überlegen vor Strache mit 20%. Der Wahlkampf wird
dramatisch.
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