Roma-Vertreter Rudolf Sarközi gestorben

Trauer

Roma-Vertreter Rudolf Sarközi gestorben

Der Roma-Vertreter Rudolf Sarközi ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (SPÖ) bestätigte am Montag eine entsprechende Meldung des ORF Burgenland. Sarközi war Vorsitzender des Volksgruppenbeirates der Roma und Obmann des Kulturvereins Österreichischer Roma. Der gebürtige Burgenländer war neben seinen Engagement für die Volksgruppe auch für die SPÖ Wien aktiv.

Politik trauert
Bundespräsident Heinz Fischer hat mit "großer Betroffenheit" auf den Tod von Roma-Vertreter Rudolf Sarközi reagiert. Mit diesem sei "ein außergewöhnlicher und großherziger Mensch von uns gegangen, dessen Lebensweg beeindruckend war und der in der Geschichte der Zweiten Republik Großes geleistet hat", meinte er am Montag in einer Aussendung. Zahlreiche Proponenten der österreichischen Politik haben am Montag über die Parteigrenzen hinweg um Roma-Obmann Rudolf Sarközi getrauert. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) bezeichnete den Roma-Vertreter als Brückenbauer, der "stets für Zusammenhalt in der Gesellschaft eintrat". Auch Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) und die Präsidentschaftskandidaten von SPÖ und ÖVP würdigten Sarközi.

Faymann sowie SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid und der Vorsitzende des Bunds Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer/innen, Johannes Schwantner, bezeichneten Sarközi "als einen, der unermüdlich einmahnte, niemals den Schrecken des Nationalsozialismus zu vergessen". SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder würdigte die "unermüdliche Arbeit" des am Samstag verstorbenen Volksgruppenvertreters. "Mit Rudolf Sarközi ist ein großer Österreicher von uns gegangen. Sein ganzes Leben und Wirken stand im Zeichen seines Einsatzes gegen Ausgrenzung, Intoleranz und Rassismus", meinte Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ).

Auch ÖVP-Vertreter trauerten: "Mit dem Tod Rudolf Sarközis verliert Österreich einen unermüdlichen Vorkämpfer für Toleranz und Gleichberechtigung, der sich um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Österreich verdient gemacht hat", sagte Außenminister Sebastian Kurz. ÖVP-Volksgruppensprecher Nikolaus Berlakovich trauerte um "eine Persönlichkeit, welche nicht nur das Verhältnis der Roma und Sinti zur Mehrheitsbevölkerung sehr positiv geprägt, sondern darüber hinaus ein neues Verständnis für Volksgruppenpolitik eingeleitet hat".

Bundespräsidentschaftskandidaten betroffen
Auch die Bundespräsidentschaftskandidaten zeigten sich betroffen: Rudolf Hundstorfer von der SPÖ erklärte via Aussendung: "Rudolf Sarközi kämpfte unermüdlich von erster Stunde an für die Rechte der österreichischen Roma und Sinti." Er habe durch seinen Einsatz deren Anerkennung als Volksgruppe in Österreich erreicht. Für Bundespräsidentschaftskandidat Andeas Khol "hat unser Land einen Menschen verloren, der sein Leben dem Kampf für die Gleichstellung der Roma gewidmet hat", meinte er in einem Statement gegenüber der APA und weiter: "Ich habe ihn persönlich gut gekannt und für sein unermüdliches Bemühen gegen Ausgrenzung und Rassismus außerordentlich geschätzt."

"Im Einsatz gegen Rassismus und Diskriminierung war Rudolf Sarközi der Israelitischen Kultusgemeinde immer eng verbunden", betrauerten auch die Vertreter von Österreichs Juden den Todesfall. "Sein Wissen um Verfolgung und Vernichtung während der Nazi-Zeit, die späteren Anfeindungen und schwierigen Lebensumstände aufgrund seiner Herkunft haben ihn nicht verbittern lassen. Im Gegenteil, Warmherzigkeit, Humor und unermüdliches Engagement haben ihn als Menschen ausgezeichnet", zeigte sich IKG-Präsident Oskar Deutsch betroffen.

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